Warum man sein Baby tragen sollte.

Warum sollte ich mein Baby tragen?

Stell dir vor, du bist 9 Monate lang in einem engen, kleinen Boot. Du hörst Tag und Nacht das rauschen des Meeres und spürst mal mehr, mal weniger sanfte Schaukelbewegungen. Außer dem Kaptän, dessen Stimme du zwar hörst, der dich allerdings nie stört, ist keiner an Bord. Nach 9 Monaten ist deine Reise zuende. Du musst an Land und kannst nie mehr zurück auf dein Boot. Raus aus der Warmen, gemütlichen Kajüte, rein in eine kalte, laute und furchtbar aufregende Welt. Würdest du dich dann nicht auch komisch und in der ersten Sekunde sehr einsam und ängstlich fühlen? – so ähnlich wird sich wohl auch dein Baby fühlen, wenn es zur Welt kommt.

Babies kommen in einem gewissen Sinne auch „unfertig“ zur Welt und sind komplett auf die Hilfe von Mama und Papa angewiesen. Die Geburt stellt nichg nur eine große Veränderung in deinem Leben, sondern auch für das Leben des Babies dar. Plötzlich ist es in einer eigentlich viel zu großen, kalten und lauten Welt. Das größte Bedürfnis (nach der Grundversorgen natürlich) ist Körperkontakt. Dieses Ur-Bedürfnis stellst du, als Mama, am allerbesten durchs Stillen, Kuscheln und Tragen zufrieden.

Wenn du dein kind in einem Tragetuch trägst, dann erleichterst du ihm das zurecht finden in einer neuen Welt. Es ist sogar nachgewiesen, das getragene Babys eine regelmäßigere Herzfrequenz haben, als Kinder die im Kinderwagen geschoben werden. Im Tuch spüren Babies die Herzfrequenz und Atmung der Mutter und können sich diesem Rhytmus anpassen. Im Kinderwagen ist dies durch das Schaukeln und Schütteln nicht möglich. Das soll nicht heißen, dass es deinem Kind schadet im Kinderwagen geschoben zu werden, aber für den Anfang ist so ein Tuch doch viel schöner und kuschliger. Ich selbst habe den Zwerg anfangs oft getragen und oft schiefe Blicke geerntet, weil immer alle meinen, Babies schlafen in einer horizontalen Lage am besten. Das das nicht stimmt, habe ich selber gemerkt. Wie schon erwähnt, sind Babies in Tüchern mit deiner Atmung, Herzschlag und Geruch am ruhigsten.

Das der Mensch als Tragling geboren wird, merkt man auch am Körperbau. Ein Baby winkelt seine Beine an und spreizt sie dabei leicht. Dies ist besonders gut für die Hüfte und nachgewiesen, kann Tragen sogar helfen, eine Hüftdylapsie zu verhindern bzw. sogar zu verbessern. Diese empfohlene Haltung nennt man Anhock-Spreiz-Haltung. Sie ist besonders wichtig beim Tragen, doch darauf werde ich noch in einem separatem Blog-Eintrag schreiben.

Doch nicht nur beim Hüftdylapsen, sondern auch bei Schreikindern und gegen Blähungen kann Tragen helfen. Schreikinder sind oftmals von den ganzen Eindrücken überfordert. Diese werden im Tuch so gering wie möglich gehalten. Außerdem wirkt die gleichmäßige Bewegung beruhigend auf dein Baby und es fühlt sich sicher, ähnlich wie im Mutterleib. Bei Blähungen hilft die Wärme des Tragen ebenfalls und das Baby beruhigt sich. Insgesamt sollte man es bei Blähungen aber eher als Prävention als Notfallhilfe sehen.

Einige Vorteile für dein Baby habe ich hier nochmal zusammengefasst:

  • Dein Baby passt sich leichter an, da es sich an den Mutterleib erinnert fühlt (Mamas Atmung, Herzschlag, Stimme..)
  •  Das Risiko von SIDS (plötzlicher Kindstot) wird gesenkt
  • dein Kind arbeitet beim Tragen mit, die Muskeln bekommen Impulse, dadurch wird besser Durchblutet und das fördert auch das Wachstum von Knochen und Gelenken
  • dadurch wird auch der Stoffwechsel angeregt und das Imunsystem angekurbelt
  • Tragen beruhigt „Schreikinder“
  • Durch das Gefühl von Körperkontakt wird das Urvertrauen deines Babies gefestigt, es wird also selbstbewusster und das kann  zu einer besseren Persönlichkeitsentwicklung führen
  • es hört ständig deine Stimme, Sprache ist also von Anfang an alltäglich und fördert die Sorachentwicklung

doch auch du hast Vorteile:

  • du hast beide Hände für Haushalt / stricken / lesen / einkaufen gehen frei
  • deine Rückenmuskeln können dadurch trainiert und gestärkt werden und es kann dir helfen, deine Vor-Schwangerschafts-Figur wieder zu erlangen
  • beim Tragen wird bei dir Oxytocin freigesetzt,  das Hormon was die Gebärmutter schrumpfen lässt und die Bindung zwischen Mutter und Kind stärkt (außerdem fördert es die Wundheilung und verringert den Blutdruck)
  •  dein Baby gewöhnt sich an deinen Tagesablauf und lernt so schneller zwischen Tag- / Nachtrhytmus zu unterscheiden
  • mit dem Tragetuch kannst du überall hin, egal ob Bahn / Bus / Wald oder Geburtstagsfeiern
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