Zwergenliebe.

Die letzten Tage war es hier sehr ruhig. Wie ihr wisst, ist der Zwerg ja krank geworden. Nachdem der wieder fit war erwischte mich ein Infekt. Der mich von Freitag bis Sonntag zum erliegen brachte und auch heute noch einen halben Ruhe-Tag forderte. Für mein Zwergenkind konnte ich schweren Herzens in dieser Zeit nicht da sein. Es wäre schlicht verantwortungslos gewesen ihn nach der Kita hier zu haben. In solchen Fällen bin ich unendlich dankbar, dass ich Familie hier in der Nähe haben. Weit genug, um nicht ständig unangekündigt Besuch zu bekommen, aber nah genug um innerhalb der nächsten 20 Minuten dort zu sein. Der Mann konnte sich auf Arbeit nicht freimachen und so übernahm meine Oma den Zwerg. Auch den darauffolgenden Tag verbrachte er bei den Omas. Ich habe ihn tierischst vermisst und immer wenn er mich abends aus seinen Kulleraugen auf der Couch ansah und sagte: „Mama..DeiDei? Eiiiii!“ und mir über den Arm streichelte, schossen wir die Tränen in die Augen. Ich liebe dieses Kind so sehr.

Manchmal sollte man sich solche Sachen auch in Erinnerung rufen, wenn man früh morgen im Morgengrauen davon geweckt wird, dass man ein Plaste-Nachtlicht ins Gesicht geschmissen bekommt mit einem „Mama…Da!!!! DeiDei…nei nei..“ auf gut deutsch: „Mama…beweg deinen Popo in die Höhe, ich will aufstehen!!!“

Später bekam ich dann einen Anruf vom Mann. Freunde von uns haben Nachwuchs bekommen. (Willkommen auf der Welt junge Dame). Und plötzlich wurde ich ganz furchtbar sentimental. Da mir ein weiterer Couch-Tag gelegen kam (so richtig fit erschien ich mir noch nicht) und ich vor kurzem den Geburtsbericht des Zwergenkindes vom Mann geschenkt bekommen habe. (Er hatte den damals in der Nacht nach dem KS im Halbschlaf geschrieben und erst jetzt abgetippt), führte ich mir diesen zu Gemüte. Wahnsinn, dass dieses unglaublich eigensinnige und selbstständige Wesen mal so ein kleines Mini-Baby war. Eigentlich unfassbar. Jetzt marschiert er früh morgen mit einem „Taaaaggg“ in seine Kita-Gruppe, den kleinen blauen Rucksack fest in die eine Hand geklemmt, mit der anderen locker in die Runde winkend. Und ich? Ich stehe an der Gruppentür: „Zwerg, sagst du der Mama noch Tschüss?“ und was bekomme ich entgegen? „Nee..Nee…“ Manchmal will ich dann hinter dir her und dich nochmal feste drücken, aber meistens muss ich innerlich ein bisschen lachen, denn diese Reaktion ist so typisch Du.

Kleiner Zwerg. Du bist einfach einzigartig. Mit all deinen kleinen Macken und deiner, zugegeben, sehr starken Persönlichkeit. Eben gerade versuchen wir seit geschlagenen 2 Stunden zum Einschlafen zu bewegen. Der Papa und ich, wir wissen, du bist müde und du weißt es sicherlich auch. Aber ich kann dich auch verstehen. Die Welt ist viel viel viel zu spannend. Es schneit. Wir waren Schlitten fahren. Das liebst du. Du kicherst immer schon, wenn ich dich den Berg hinaufziehe. Oben angelangt, rutschst du lässig nach vorne, damit ich hinter dir Platz finde. Dann legst du deine kleinen Ärmchen fest um meine Knie und juchzt vor Freude, bevor wir überhaupt unten angekommen sind. Fragt man dich dann: „Nochmal?“ kommt nur ein stummes Nicken begleitet von einem frechen Grinsen. Fragt man dich aber: „Kommst du vom Schlitten runter?“ bekommt man ein entsetztes Gesicht und ein „Neeeeiiiinnn“.  Du weißt so unglaublich gut, was du willst und versuchst das auch mit allen Mitteln zu erreichen. Später heute nachmittag wollte ich dich fotografieren und du lachtest laut los und zogst die größten Grimassen. Kleiner Kasper. Du bist irgendwie so Mann und Ich. Und trotzdem schon so einzigartig Du.

Ich könnte noch ewig über dich schreiben. Doch das würde den Rahmen sprengen. Mein kleines Zwergenkind. Ich liebe Dich.

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Veröffentlicht in: Zwerg

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