…wenn der Papa mal nicht da ist.

Einen wundervollen Guten Abend euch Lieben,

ich hoffe ihr hattet alle einen tollen Tag? Der Zwerg und ich, wir besuchten heute die Zwergen-Urgroßeltern. Und ich muss euch eine herzige Geschichte erzählen. Der Opa, der baut Tomaten an und der Zwerg steht seit Wochen immer, wenn wir dort sind, davor und bestaunt die „hrrrüüünen Domaten“. Letzte Woche erklärte ich ihm, dass die Tomaten bald rot sind und er sie dann abpflücken und essen kann.

Heute stand dann ein klein wenig enttäuschter Zwerg davor, denn die Tomaten waren immer noch grün. Doch der Opa, wäre nicht der Opa, wenn er nicht eine Lösung wüsste. Als der Zwerg gerade mit der Oma spielte, schlich er ins Haus, holte Rispentomaten und hängte diese an die Sträucher. Gespielt erstaunt rief er den Zwerg und der konnte es gar nicht fassen, dann die „Domaten“ jetzt „roooot“ waren. 😀 Nachdem er mich zu sich rief, durfte er eine abmachen und essen. Das Kind war glücklich und der Opa, die Oma und ich, wir zwinkerten uns wissend zu.

Aber das Thema dieses Eintrags soll nicht der Besuch bei Oma und Opa werden, sondern ein anderes. Im Normalfall kommt der Mann jeden Abend spätestens 19 Uhr von der Arbeit. Dann gehen wir alle gemeinsam mit dem Hund, der Zwerg geht in die Wanne, es wird gegessen und hinterher ein Buch angeschaut. Dann bringen wir ihn ins Bett. Ich geh dann zu erst raus und dann ist noch Papa-Zwergen-Zeit. Eigentlich jeden Abend. Wenn der Papa nochmal zu einem Kumpel will, geht er, wenn der Zwerg schläft. Beide lieben diese exklusive Zeit.

Heute musste der Mann allerdings länger arbeiten und so musste ich seinen und meinen Part übernehmen. Ich gebe zu, ich habe da immer ein bisschen Bammel davor. Es gab eine Zeit, kurz nach dem Abstillen, als der Zwerg bei mir nicht einschlafen wollte. Musste der Mann länger arbeiten, lag ich oft bis dahin noch neben einem wachen Zwerg. Heute weiß ich, dass mich damals meine eigene Angst blockiert hat. Der Zwerg merkte, dass ich unsicher war und das übertrug sich auf ihn. Trotzdem fühle ich mich, wenn ich mit dem Zwerg alleine zu Abend esse immer so ein wenig ungewöhnlich. Mir ist vollkommen klar, dass es genug Familien da draußen gibt, wo die Väter im Schichtsystem arbeiten, oder unter der Woche gar nicht da sind und das es Alleinerziehende gibt, die jeden Abend alleine stemmen müssen. Ich habe vollsten Respekt vor euch! Mir ist auch klar, dass das gegen das was manche alleine stemmen echt lächerlich wirkt und wir echt verwöhnt sind, dass der Papa jeden Abend heimkommt. Aber wahrscheinlich ist das hier so ungewohnt und ein bisschen beängstigend, weil wir es nicht gewöhnt sind. Ich komme mir dann immer vor, als wären jetzt alle Familien zusammen und nur ich sitze mit dem Zwerg alleine am Essenstisch und das macht mich, idiotischerweise, immer ein wenig traurig. Ich bin es einfach nicht gewohnt und weiß selbst, dass meine Gedanken total dämlich sind. Und so ist das manchmal mit den Ängsten. Sie lassen sich nicht rational erklären.

Vor solchen Abenden habe ich also immer ein bisschen Bauchgrummeln. Was ist wenn der Zwerg nicht schlafen will? Was ist, wenn er partout nicht essen will? Wenn er genau heute Abend stürzt und sich den Kopf anschlägt? Ich will immer auf alles vorbereitet sein und oftmals hilft es mir schon, dann im Kopf durchzugehen, dass alles gar nicht schlimm wäre. Der Zwerg schläft nicht? Na und. Dann darf er halt mit mir auf der Couch kuscheln. Er will nicht Essen? Von einmal nicht essen verhungert er nicht! Er stößt sich den Kopf? 1. ist der Mann nicht außer der Welt und 2. wäre das schon ein enormer Zufall, dass sowas genau an so einem Tag passiert. 😀

Wir waren also bei Oma und Opa und kamen erst kurz vor halb 7 nach Hause. Für den Zwerg ging es postwendend in die Wanne und dann aßen wir gemeinsam zu Abend und „unterhielten“ uns über unseren Tag. Nach Zähneputzen und Händewaschen ging es ins Bett. Dort schauten wir noch gemeinsam ein Buch an. Es war 19:45 Uhr und ich stolz auf mich. So schlimm war es gar nicht. Ich fragte den Zwerg ob ich mich neben ihn legen solle, oder ob er alleine einschlafen wolle. Er wollte mich gerne neben sich. Und gegen 20:00 Uhr war er kurz vorm Einschlafen. Dann machte ich den Fehler in seine Richtung zu schauen und er bekam einen Lachanfall. Okay. Ich gebe zu, ich wurde etwas angesteckt und da saßen wir kichernd in unseren Betten. Nochmal durchgeatmet und Versuch Nummer 2. Da fiel ihm ein, sein Affe ist weg. Der lag im Auto, mir war das schon beim Ins-Bett-gehen aufgefallen, aber da er ihn nicht jede Nacht braucht, dachte ich, es geht auch ohne. Ging es nicht. Mit einem flehenden „Biiittteee! Mama Coco Audo holt“. Machte ich mich also auf die Socken zum Auto. Er kuschelte sich an seinen Affen und schlief. FAST. Da fiel ihm ein: „Papa! Mama, Papa is??“ Ich erklärte ihm, dass der Papa auf Arbeit ist. Doch das glaubte er mir nicht mehr: „Nei. Mama. DeiDei Levi, Papa macht.“ ich erklärte erneut es sei eine Ausnahme. Er begannt zu rufen: „Papa. Komm. Zwerg Deidei. Hier. Hinlege!“ Der Mann war ja aber nicht da. Ich erklärte ihm nochmal ruhig, dass der Papa noch arbeiten ist. Irgendwann nahm er das an. Und nach sage und schreibe 1 1/2 Stunden schlief er ein. Und ich? Ich war nicht genervt. Ich weiß, für ihn ist das genauso schwer wie für mich, wenn Papa länger arbeiten. Obwohl – schreibe ich da gerade schwer? So schwer war es gar nicht. Nein. Es lief gut. Der Zwerg war relaxed und ich auch.

Jetzt sitze ich auf der Couch und bekam just 10min nachdem der Zwerg schlief einen Anruf vom Mann, dass er auf dem Heimweg ist. Und ich freue mich auf ihn. Und ich kann ihn stolz anlächeln und sagen: „Gar kein Problem. Der Zwerg und ich bekommen das auch alleine hin, auch wenn es mit dir zehnmal schöner ist und du fehlst.“

Ich wünsche euch einen wundervollen Rest-Abend!
Eure Sophie

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Ein Gedanke zu “…wenn der Papa mal nicht da ist.

  1. Alicja schreibt:

    ich kanns verstehen, mein Mann ist auch bald wieder weg und ich wieder alleine und der Zwerg haengt so an ihm und ei, das wird was werden, ich mag gar nciht dran denken.
    Und schoen geschafft, stups, das macht mir ein bisschen Mut

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