von nächtlichen Spaziergängen.

Ihr Lieben,

gestern Abend ging ich wie immer, bevor ich ins Bett gehe, nochmal ins Nachbarzimmer um nach dem Zwerg zu sehen. Ich schaute in sein Bett, doch da war er nicht. Eine Bewegung hinter mir ließ mich kurz erschrecken und da saß er, auf dem Fußboden und schob seine Holzeisenbahn über die Schienen. Ich war erstaunt, hatte ich doch übers Babyphone keinen Mucks gehört und sagte: „Zwerg. Was machst du denn hier? Spielst du schon lange?“ Keine Reaktion. Stattdessen marschierte er wie ferngesteuert an mir vorbei ins Bett. Ich erfasste die Situation gar nicht wirklich und sagte nochmal: „Zwerg? Richtig. Geh zurück ins Bett. Schlafenszeit, mein Süßer.“ Als er ins Bett stieg fiel mir auf, dass er die Augen zu hatte. Er legte sich ins Bett und schlief sofort weiter. Ich wartete kurz und als sein Atem wieder vollkommen regelmäßig war, schob ich ihn mittiger, weil er halb auf dem Rand lag. Ich gab ihm noch einen Kuss. Auch hier keine Reaktion. Er schlief tief und fest.

Erst als ich aus dem Zimmer war, wurde mir die Situation bewusst. Er war geschlafwandelt.

Der Mann hatte von alledem nichts mitbekommen, weil er noch mit Wäscheaufhängen beschäftigt war. Als wir dann gemeinsam im Bett lagen, durchforstete ich google und wir unterhielten uns über das was passiert war. Meine Müdigkeit war echt weggeblasen und ich hatte ein wenig Angst, dass er nochmal irgendwo hinlaufen könnte, das er sich nachts völlig lautlos bewegen kann, wissen wir ja mittlerweile. Nachts werde ich nämlich manchmal wach und der Zwerg liegt zwischen uns und weder der Mann, noch ich (und ich glaube auch teilweise der Zwerg) können sich nicht erklären, wie er dort hinkommt.

Google verriet uns, dass es wohl so etwas wie die „Schlaftrunkenheit“ gibt. Ein Zustand zwischen Wachen und Schlafen, in diesem das Kind plötzlich beginnt zu schreien und sich wild bewegt, beziehungsweise versucht aufzustehen. Dabei lässt es sich nicht ansprechen und beruhigen, sitzt meist im Bett oder versucht sogar aufzustehen. Dieses Phänomen haben wir öfters nachts. Der Zwerg „wacht auf“ (er ist dabei ja nicht wach), will aufstehen und Autos spielen. Dabei weint er total und lässt sich nicht wirklich von uns beruhigen. Wenn man ihn dann hoch nimmt oder versucht kurz zu beruhigen, wird die ganze Sache nur noch schlimmer. Ein paar Minuten später ist alles vorbei und er legt sich wieder an, als wäre nix gewesen und schläft im Normalfall weiter, als wäre nichts gewesen. Wir reden hier nicht vom Nachtschreck, der ist wohl extremer und tritt meist kurz nach dem Einschlafen auf und bei uns passiert das meist in den frühen Morgenstunden.

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Deshalb hat mich das Schlafwandeln im Nachhinein auch nicht sonderlich überrascht. Der Zwerg ist generell ein intensiver Schläfer und schläft oft unruhig. Wir hatten lange anstrengende Nächte, in denen er alle 1-2 Stunden an die Brust wollte (bis zum 9. Monat) und anschließend oft Nächte in denen er 2-3 Stunden wach war.

Es gab hier im letzten halben Jahr eine Zeit, in der der Zwerg nicht mehr zum Mittag schlief. Er schien wirklich munter und ich dachte auch lange, er braucht das nicht mehr. Selbst in der Kita klappte das Schlafen nicht mehr zuverlässig…Da er aber nur selten knatschig war, machten der Mann und ich uns nichts draus. Er ging abends jedoch trotz fehlendem Mittagschlafs immer später ins Bett und war immer früher wach. Als er schließlich von 6 Uhr bis 21 Uhr wach war und dazu extrem unausgeglichen, entschied ich mich, dass sich was ändern muss. Durch Zufall stellte ich fest, dass er ja sehr gut in der Nonomo schläft und seitdem macht er dort meist 2-3 Stunden seinen Mittagsschlaf. Und siehe da. Seitdem er mittags wieder schläft, geht es abends früher ins Bett und schläft früh morgens etwas länger. Derzeit sind wir – am Wochenende – dabei, dass er morgens gegen 7 / halb 8 aufwacht, 2 Stunden Mittag schläft und abends gegen 20 Uhr wieder schläft. Man merkt richtig, dass er den Schlaf braucht. An Kita-Tagen wacht er gegen halb 7 auf, schläft c.a. 1 Stunde mittags und schläft abends auch wieder gegen 20 Uhr ein.

Die Füchse unter euch, werden gemerkt haben, dass er am Wochenende mehr schläft, als an Wochentagen. Das ist vollkommen okay so. Der Mann und ich haben das Gefühl, dass er den Schlaf nach einer anstrengenden Woche umso mehr braucht. Er muss dann Schlaf nachholen um ausgeglichen zu sein, sonst wird er total unausstehlich im Moment.

Ich sehe das Schlafwandeln als Phase. Vielleicht war das gestern einfach nur eine Ausnahme und es bleibt ansonsten bei der „Schlaftrunkenheit“, vielleicht passiert das jetzt öfters. Ehrlich gesagt, überlege ich seitdem, ob wir uns noch ein Babyphone mit Videofunktion zulegen sollten, denn gestern geschah das echt so leise, dass ich das vermutlich nicht mitbekommen hätte. Bis jetzt reichte uns ein analoges Babyphone vollkommen aus und da wir für das Pünktchen eh noch ein zweites brauchen, überlege ich jetzt, für den Zwerg eins mit Videofunktion nachzukaufen. Bis dahin werde ich aber erstmal beobachten, wie sich die Sache entwickelt.

Habt ihr auch Schlafwandel-Kinder?

Liebe Grüße
Eure Sophie

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4 Gedanken zu “von nächtlichen Spaziergängen.

  1. Stefanie schreibt:

    Hallo Sophie, das ist ja was… ich glaube im ersten Moment hätte mir das Angst gemacht. Aber ich finde es toll wie ruhig und cool du geblieben bist. Und auch jetzt noch bist. Wir hatten ein paar Mal diese Nachtschreckerlebnisse. Da war Luisa so ca. 1 Jahr alt. Aber Schlafwandeln – nein. Sie spricht im Schlaf. Das ist auch manchmal etwas unheimlich.
    Und weißt du, ob sowas andauert oder woran das liegt? Halt uns hier gern auf dem Blog auf dem Laufenden.
    Liebe Grüße
    Stefanie

    • valentinesdiary schreibt:

      Gesprochen hat er heute Nacht auch die ganze Zeit im Schlaf. Er war gestern nach der Kita noch bei Oma und Opa, wahrscheinlich war der Tag einfach sehr aufregend für ihn. 🙂 Google sagt, dass sei wohl unbedenklich und kann durchaus bis zur Pubertät anhalten. Ich werde das ganze mal beobachten und wenn es öfter vorkommt bei der nächsten U-Untersuchung beim Kinderarzt ansprechen. Nur so zur Sicherheit. Machen kann man da aber wohl nicht wirklich was, außer halt feste Einschlafrituale und für eine ruhige Umgebung sorgen, dass ist hier aber ohnehin schon so…

  2. Tanja schreibt:

    Gestern lag wohl irgendwas in der Luft….
    Irgendwie gruselig… solche Situationen sind mir echt immer unheimlich. Der Käfer schrie ja auch spät am Abend auf einmal laut, ich rannte hoch, öffnete die Tür und sah, dass Kalea tief und fest schlief. Schlafgewandelt ist sie jedoch noch nie. Jedenfalls nicht meines Wissens nach. Toi, toi, toi…
    Aber es ist tatsächlich so – die Zwerge brauchen geregelten Schlaf. Mittags vor allem, gell? Denkt man oft gar nicht. Kalea ist auch mittags teils richtig fit und will nicht schlafen und dann dauert es sogar abends Stuuunden, bis sie endlich schläft. Wenn sie ihren Mittagsschlaf hatte, dann klappt es am Abend auch ganz normal. Verrückt, dass Schlafen so kompliziert sein kann.
    Liebe Grüße
    Tanja

    • valentinesdiary schreibt:

      Wir haben auch oft, dass das Babyphone anspringt und er irgendetwas erzählt, aber tief und fest dabei schläft 😉 Ich finde solche Situationen auch immer ein wenig gruselig, aber es hilft ja nichts. Ich denke immer, je nervöser ich werde, desto mehr schrecke ich ihn auf…

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