38+0 – Gedankenfluss: Und? Wie geht es dir?

Ihr Lieben,

38+0, also 39. Schwangerschaftswoche. Und so langsam nerven mich diese ständigen: „Und? Wie geht es dir?“ Fragen.  Egal ob am Telefon oder via Facebook und co. Warum fragt man das ständig? Und warum melden sich jetzt plötzlich alle gegen Ende, von denen man sonst nix hört? – Ich weiß, die meisten von euch meinen es nur gut, aber wenn der tausende schreibt: „Na? Wie geht es dir?“, dann nervt es mich einfach.

Ja, wie geht es mir eigentlich? Was sollte ich denn darauf sagen? Meine Antwort ist immer ein: „Mir geht`s rund.“ Haha. Sehr witzig, die Sophie heute wieder, ich weiß. Ihr dürft mir dafür gerne virtuell Applaus spenden. Aber, wollen meine Gegenüber wirklich wissen, wie es mir geht? Oder wollen sie in Wirklichkeit wissen, ob sich das Baby schon auf den Weg macht? Ich habe das Gefühl, „wie geht es dir?“ darf ich hier als Synonym: „Und? Geht es schon los?“ verstehen. ABER was erwartet sich der Fragende eigentlich? Das ich sage: „Oh du. Ich habe gerade alle 7 Minuten Wehen und denke ich werde ich 10 Minuten aufbrechen ins Krankenhaus.“? Dann würde ich sicherlich nicht mehr chatten, telefonieren oder sonst etwas. 😉

Aber zurück zur Ausgangsfrage. Wie geht es mir? Ich bin jetzt seit 39 Wochen schwanger. Ehrlich gesagt, hat mein Körper (und auch ich) glaube ich schon längst vergessen, wie es sich anfühlt unschwanger zu sein. Ich fühle mich wirklich kugelrund, ein Zustand an den ich mich beim Zwerg nicht mehr erinnern kann. Ich habe oft das Gefühl das kein Platz mehr für das Baby in meinem Bauch ist. Egal wie ich sitze, immer drückt irgendwo irgendein Körperteil von dem Baby gegen mich. Entweder gegen meine Blase, in meine Nieren, meine Rippen, meine Hüfte, auf die Lunge, den Magen, das Becken. Einfach überall. Oft frage ich dann das Pünktchen freundlich, ob es ein wenig Platz machen könnte und versuche von Außen gegen zu schieben, um ihm zu vermitteln, dass mir das ganze unangenehm ist, was es gerade tut.

Außerdem muss ich gefühlt alle 5 Minuten auf Toilette, weil meine Blase jetzt scheinbar als Boxsack fungiert. Stehen oder lange Laufen geht jetzt noch schlechter als in den letzten Wochen, meine Symphyse schmerzt nach wie vor, aber ich glaube an den Schmerz hab ich mich schon gewöhnt, oder die Rückenschmerzen sind einfach im Moment präsenter und lösen das ganze ab. Das kann ich nicht so genau sagen. Fakt ist aber, wenn ich sauge oder wische, schmerzen Symphyse, Rücken und auch oft der Bauch.

Manchmal habe ich das Gefühl, mein nächsten Schritt plumpst das Pünktchen einfach aus mir raus, so sehr drückt alles nach unten.

Gleichzeitig versuche ich mich aber zu motivieren und zu täglichen Spaziergängen zu zwingen, weil ich weiß, dass ich für die Geburt jede Menge Kondition brauchen werde. Insgesamt würde ich sogar sagen, ich fühle mich besser als noch vor 5 Wochen. Zumindest fühle ich mich im Vergleich doch ein wenig fitter. Ich denke aber, dass ist so ein Motivationsschub gegen Ende, weil ich weiß, dass es jetzt nur noch 3, allerallerhöchstens 4 Wochen sind. Wahrscheinlicher eher eine oder zwei. Und ich versuche die letzten Tage dieser Schwangerschaft zu genießen. So sehr, wie ich mir oft wünsche, es wäre vorbei, so sehr weiß ich, dass ich den Bauch vermissen werde. Verrückt.

Seit über einer Woche habe ich vermehrt Wehen, die noch nicht schmerzen, aber doch schon recht intensiv sein können. Oft merke ich abends immer wieder einen harten Bauch. Wenn mir das ganze regelmäßig vorkommt, schaue ich im Bett während ich noch lese nochmal an die Uhr. Ich stelle dann fest, dass sie meistens alle 10 Minuten kommen. Und irgendwann schlafe ich dann ein. Tief und fest und morgens ist der ganze Spuk vorbei. Mittlerweile weiß ich, dass das Baby kaum von dieser Art von Wehen auf die Welt kommt, trotzdem liege ich Abend für Abend da und frage mich, ob es wohl losgeht.

 

Der Mann wird auch von Tag zu Tag nervöser, habe ich so das Gefühl. Mittlerweile ruft er so schnell wie möglich zurück, wenn er einen Anruf von mir auf seinem Handy sieht. Komisches Gefühl für mich, denn so ist er sonst gar nicht.  😛 Jeden morgen verabschiedet er sich mit den Worten: „Ruf mich an, wenn ich wieder heimkommen soll.“. Jeden Abend fragt er mich, ob es wohl heute schon losgeht. Und ich kann immer nur antworten: „Keine Ahnung.“ Manchmal frag ich mich dann, ob man wohl kurz vor der Geburt ein Bauchgefühl dafür bekommt und sagen kann: „Ja, ich glaube es geht heute noch los.“. Ich habe keine Ahnung, woran ich erkennen soll, dass es wirklich losgeht. Alle sagen zu mir: „Du wirst es merken.“ Was ist aber, wenn ich richtige Geburtswehen immer noch für stärkere Übungswehen halte und schlicht und einfach nicht damit rechne, dass es wirklich losgeht?!

 

Im Moment würde ich am liebsten tausend Geburtsberichte studieren und mir daraus eine Statistik erstellen, wie es losgeht und woran man es merkt, um in etwa einen Leitfaden zu haben. Aber jede Schwangerschaft ist nun mal anders und es wird mir keiner sagen können, wann und wie es nun wirklich losgehen wird. Genau diese unplanbare Komponente macht mir derzeit Bauchgrummeln. Ich schwanke derzeit noch mit mir, ob ich mir wieder einen Blasensprung als Geburtsbeginn wünsche, oder doch lieber Wehen. Blasensprung hätte den Vorteil noch in Ruhe eine Zwergenbetreuung zu organisieren und dann in Ruhe, ohne viele Wehen ins Krankenhaus zu fahren. Aber wenn es nicht wirklich vorangeht, müssten wir dort die komplette Eröffnungsphase verbringen. Deshalb wären mir zu erst Wehen doch lieber. Dann könnten wir vielleicht die ersten Wehen in Ruhe daheim abwarten und dann erst ins Krankenhaus fahren. Ich weiß also auch nicht so wirklich, was ich will im Moment.

 

Fakt ist, es könnte jeden Moment soweit sein. Und ich bin verdammt gespannt auf das was kommt. Wie war es bei euch? Wart ihr auch so nervös, kurz vor der Geburt??

 

Liebe Grüße

 

Eure Sophie

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4 Gedanken zu “38+0 – Gedankenfluss: Und? Wie geht es dir?

  1. Alexandra Koczor schreibt:

    Liebe Sophie,
    ich war zwar noch nicht schwanger und kann dazu nichts sagen, aber ich finde es richtig toll, wie offen du schreibst. Heutzutage kommt das viel zu oft zu kurz, das Offensein, auch wenns etwas Unangenehmes oder nicht ganz Perfektes ist. Ich finde es wirklich toll, wie du alles meisterst. Du wirst fanz sicher alles gut schaffen. Ich wünsche dir alles, alles Gute!

    • valentinesdiary schreibt:

      Oh, Danke 🙂 Wie lieb von dir. Ich versuche auch immer ehrlich zu sein, weil ich es selbst absolut nicht mag, wenn man irgendwo nur von Eitel-Sonnenschein liest. Das kann es meiner Meinung nach gar nicht geben 😉

      Liebe Grüße

  2. Stefanie schreibt:

    Liebe Sophie,
    erst mal hier dein virtueller Applaus! *klatschklatsch*
    Ich bin gespannt wie das bei mir wird. Bei Luisa hat damals eigentlich kaum jemand gefragt, wie es mir denn geht und ob es schon los geht. Zumindest nicht in der Häufigkeit, die mich genervt hätte. Insofern bin ich mal gespannt wie es diesmal wird. Ich glaube aber ich werde zukünftig ab ET-14 jeden Morgen einen FB-Post absenden, dann hat man schon mal den Großteil “verarztet”.
    Das mit dem “wann geht es wirklich echt richtig los” ist eine Frage, die ich mir auch ständig stelle. Bei Luisa hatte ich ja einen Kaiserschnitt und habe einfach nur gehofft, es geht nicht vorher los.
    Liebe Grüße und alles Gute für die Geburt!
    Stefanie

  3. Simone schreibt:

    Ja, ich habe es gemerkt als es losging. Morgens um 9h war ich noch bei der Frauenärztin zur Kontrolle, mein Mann fuhr danach zur Arbeit. Gegen Mittag rief ich ihn an, weil ich es irgendwie gefühlt habe. Ich hatte keine Wehen und auch sonst war alles wie immer. Wir fuhren ohne Wehen ins Krankenhaus, weil plötzlich ganz leichte Blutungen eingesetzt hatten, 11 Minuten später war unsere Tochter da:) Ich mag garnicht daran denken, wenn ich dieses Gefühl nicht gehabt hätte….

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