Wie ist das eigentlich so als Zweifachmama?!

Ja, wie ist das eigentlich so als Zweifachmama?

Der Mini ist jetzt fast 8 Wochen und so langsam spielt sich alles ein. Wir mussten uns alle erstmal wieder zusammen finden und suchen, wie wir so funktionieren als Kleeblatt-Familie. Das Ganze wurde schwieriger, weil der Mini doch recht viel, lang und ausdauernd weinte…mittlerweile ist das aber Gott sei Dank besser und aus den abendlichen Schreistunden sind im Grunde genommen Schreiminuten geworden.

 

Seit Freitag üben wir uns jetzt an einem Abendritual. Wir hatten das schonmal vor 2 Wochen probiert, um zu schauen, ob das vielleicht seine abendlichen Schreistunden reduzieren würde, aber auch im Schlafzimmer brüllte er an meiner Brust oder auf meinem Arm. Dadurch konnte der Zwerg nicht einschlafen und so hatten wir an den Versuchsabenden beide Kinder erst gegen 21.30 Uhr schlafend und waren als Eltern auch fertig mit der Welt. Ich entschloss mich als lieber mit dem Mini unten im Wohnzimmer zu bleiben vorerst. Irgendwann pendelte es sich ein, dass er kurz nachdem der Mann mit dem Zwerg verschwunden war, der Mini auf meinem Arm einschlief und sich tatsächlich ohne Drama ablegen ließ und neben mir auf der Couch schlief.

So wagten wir Freitag einen neuen Versuch. Da er ab da plötzlich ein Nuckel akzeptierte und mir nicht mehr ständig zur Beruhigung an der Brust hing, sah ich das als Zeichen. Und siehe da: der Mini trank an meiner Brust und schlief dann mit dem Nucki ein. In sein Bett gelegt und da schlief er seelig. Seitdem habe ich mir in den 3 Tagen ein Abend Ritual entwickelt. Da der Mann erst etwa gegen 18.30 Uhr von Arbeit kommt, wir dann Essen und Kinder ins Bett bringen, bin ich quasi für alles was im Vorfeld läuft zuständig. Ich merkte schon in der letzten Woche, dass das mit 2 Kindern wirklich nur mit Planung läuft. Immerhin sollen beide spätestens halb 8 im Schlafzimmer sein. Ich beginne also im Moment je nachdem was ich koche und ob die Jungs baden müssen gegen 16:45 Uhr mit dem Abendritual.

Das heißt dann wird gegebenenfalls gebaden, beziehungsweise geht der Zwerg in die Dusche. Anschließend kochen wir gemeinsam Essen. Der Mini schläft entweder im Tuch oder „sitzt“ im Wipper bei uns. Danach darf der Zwerg eine Runde TV schauen bis der Papa kommt. Die Zeit nutze ich, um den Mini in Ruhe bettfertig zu machen, er wird erst mit einem Waschlappen gewaschen und dann massiert. Dann bekommt er seinen Schlafanzug an. (Es sei denn r wird gebaden, dann geschieht das zeitgleich mit dem Zwerg und massiert wird, während der Zwerg noch ein wenig planschen kann)  Dann gibt es noch Essen, Sandmann und gegen 19:30 allerspätestens geht es ins Bett. Während der Mann den Mini noch wickelt und ins Schlafzimmer trägt, geht es für den Zwerg und mich ins Bad zum Zähneputzen.

 

Im Schlafzimmer findet dann der Wechsel statt. Ich stille den Mini in den Schlaf und der Mann und Zwerg verschwinden im Kinderzimmer. Soweit ich weiß, lesen sie da noch 1 oder 2 Bücher, der Zwerg bekommt noch was vorgesungen und dann ist Schlafenszeit. Da sitzen bzw liegen wir beide dann also. Der Mann im Kinderzimmer neben dem Zwerg, ich im Schlafzimmer neben dem Mini. Und das kann durchaus dauern.

Der Mini und ich praktizieren nach dem letzten Stillen noch eine lustige Mischung aus Schnuller und Brust, denn so richtig wissen wohl weder er, noch ich, was ihn letztendlich zum Einschlafen bringt. So passiert oftmals ein lustiger Wechsel. Mini meckert an der Brust während dem Saugen, ich schlussfolgere er mag nur das Nucki, so liegt er da, mit Nucki im Mund, drückt seine Nase an meine Brust und schläft…fast ein. Nur um dann mit Nucki im Mund zu meckern, lieber an die Brust zu wollen und schläft…fast ein. Also wieder Nucki…und so wiederholt sich das Ganze oft ein paar Mal, bis er manchmal auch ohne Nucki oder Brust einfach so einschläft. Dann warte ich auf den Tiefschlaf und schiebe ihn sanft rüber ins Beistellbettchen.

 

Der Mann sitzt derweil neben dem Zwerg, der auch mit fast 3 Jahren nicht wirklich alleine einschlafen will und meist eine Hand zum festhalten braucht. Während ich meist schon gegen viertel 9 endgültig Ruhe habe, sitzt der Mann oftmals bis 21 Uhr beim Zwerg, der einfach nicht in den Schlaf finden will. Gott lobe die Erfindung von Whats app, denn so kommunizieren wir abends oftmals zwischen den beiden Räumen miteinander. Der Mann mit abgedunkelten Display mit dem Arm so, dass der Zwerg nicht sieht, was er macht, ich neben dem Mini, darauf wartend das er tief genug schläft um in sein Bett gelegt zu werden.

Ja, jetzt werden viele von euch kommen und sagen: „Na, selber Schuld. Mit 3 Jahren kann man locker alleine einschlafen.“ Kann man. Ja. Da stimme ich zu. ABER ob man das will, ist eine andere Sache. Der Zwerg braucht uns da einfach noch und irgendwann wird sich das von ganz alleine geben, davon bin ich überzeugt. Genauso wie sich das nächtliche Milchtrinken und das Nucki irgendwann von alleine erledigt haben. Klar, wir könnten rausgehen, ihn halt mal 3 Abende toben lassen. Aber wollen wir das? Nein. Der Zwerg vertraut uns und dieses Vertrauen ist so wichtig, dass ich es nicht zerstören mag. Klar, würde das wahrscheinlich keine schwerwiegenden Folgen für ihn haben und er würde es verkraften, aber es wäre eben gegen unsere Erziehungsmentalität. Lieber geben wir unsere Abende dran und sitzen neben den Betten unserer Kinder, darauf wartend, dass die beiden endlich in den Schlaf finden. Bedürfnisorientiert nennt man das, ich nenne es einfach auf mein Bauchgefühl hören.

 

Und falls jetzt Einwände kommen: Nein. Unsere Paarzeit leidet darunter nicht. Wir nutzen eben die Zeit, die wir für uns haben. Wir kommunizieren mehrmals täglich miteinander und nutzen den Restabend und das Wochenende. Man lernt die Zeit die man nur zu Zweit hat, einfach ganz anders miteinander zu nutzen. Zum Beispiel heute hatte der Mann seinen freien Tag. Der Zwerg ging in die Kita und meine Mama bat an, mit dem Mini spazieren zu gehen. Ganz großartig fand ich, dass sie sagte, sie trägt ihn auch in der Fräulein Hübsch Trage. Denn im Wagen bleibt er nach wie vor nur ungern und mit Gebrüll. So hatten der Mann und ich knapp 2 Stunden um gemeinsam frühstücken zu gehen. Wundervoll. Genau solche Momente sind uns wichtig, Fluchten aus dem Alltag als Paar. Sich ansehen, durchatmen und wissen: Wir machen das richtig, so wie wir das machen.

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Ein Gedanke zu “Wie ist das eigentlich so als Zweifachmama?!

  1. babykeks schreibt:

    Liebe Sophie,
    ein sehr schöner und ehrlicher Artikel und ich bin absolut deiner Meinung, dass man als Eltern, ohne sich rechtfertigen zu müssen selbst entscheiden darf, wie man das Abendritual gestaltet. Wenn das Bauchgefühl sagt das ist richtig so, dann ist es das auch 😉
    Ganz lieben Gruß
    Sabrina

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