…weil ich ein Junge bin.

Zeit langsam aber sicher aus der Versenkung zurück zu kommen. Das offline-Leben ist eben meistens doch spannender als das 2.0 und eine Auszeit vom Schreiben tut auch manchmal mehr als gut. Zu Sagen habe ich zwar genug, aber irgendwie fiel es an der nötigen Motivation.

Heute soll es um den Zwerg gehen und seine Art mit Dingen umzugehen. Dafür müsst ihr wissen, in der Krippengruppe vom Zwerg gab es genau 4 Mädchen die gleichalt waren. Nicht einen Jungen. Der „nächste“ Junge in der Gruppe war genau 6 Monate jünger. Nun mag ein halbes Jahr nicht sooo viel sein, im Alter zwischen 1 und 3 liegen aber doch Welten dazwischen. Trotzdem freundete der Zwerg sich etwa Anfang diesen Jahres an, aber am meisten spielte er doch mit seinen Mädchen. Genau, wie er jetzt auch mit seinen Mädchen von der Krippengruppe in die nächst größere Gruppe wechselte. Ich fand es manchmal ein wenig schade, dass ihm irgendwie ein gleichaltriger Junge zum Spielen fehlte, aber ihn schien das nie zu stören. Er nötigte die Mädels öfter mit ihm Autos zu spielen, war dafür auch bereitwillig der Papa bei Mutter-Vater-Kind spielen.

Jetzt nach dem Gruppenwechsel herrscht in der neuen Gruppe ein leichter Jungenüberschuss. Anfangs hielt er sich noch sehr an seine Mädels, aber langsam knüpft er auch neue Kontakte. Es besteht eben doch ein Unterschied im Verhältnis zu jüngeren Jungs und gleichaltrigen oder älteren Jungs.

Gerade aber deshalb ist der Zwerg ein wundervolle und eigenwilliger kleiner Kerl geworden. Er schert sich null, ob Dinge rosa sind oder eher Mädchensachen sind, ist aber auch Junge durch und durch. Ich hoffe so sehr für ihn, dass er sich das so beibehält.

Am Wochenende war Stadtfest und er durfte sich einen dieser bunten Ballons aussuchen. Er rief schon von Weitem: „ich will das Fillypferd“, ein kurzer überraschter Ausdruck huschte über mein Gesicht – ich wusste nichtmal das er sowas kennt und hakte nochmal nach. Er sofort wieder: „Ich will das Filly Pferd dort ganz oben.“, er meinte wirklich dieses pinke Einhorn. Mein Mädchenherz schlug glatt ein bisschen höher, denn es war wirklich ein sehr schöner Einhornballon. Es wurde dann aber kein Filly Pferd. Nein. Nicht wegen dem rosa, sondern weil ich es übertrieben fand einen Luftballon für 15€ zu kaufen. Stattdessen durfte er sich einen kleineren aussuchen. Es wurde ein herzförmiger mit Pferden darauf.

image

Am nächsten Tag besuchten wir erneut das Stadtfest und kamen zu einem Stand für Kindertattoos. Wurde vom Mann und mir sinnvoller als Kinderschminken empfunden und so durfte er sich ein Motiv aussuchen. Jetzt kam seine Chance und er wählte ein Einhorn. Er entschied sich für die Farbe blau mit grünem Glitzer. Diese Teile halten übrigens Bombenfest, auch heute noch, 2 Tage später (Baden und duschen) ziert sein Einhorn noch beinahe perfekt seinen Arm.

image

Und auch heute fand ich wieder ein Beispiel. Wir waren bei seiner Kita Freundin zum Spielen und irgendwann kamen beide mit einem rosa Puppenwagen heraus. Der Zwerg hatte einen mit Wanne und zwei kleine Babypuppen darin, seine Freundin einen Buggy mit einer größeren Puppe. Der Zwerg schob wie selbstverständlich den pinken Puppenwagen vor sich her. Baute dabei allerdings nur zu gerne Crashs und Stunts *kicher

image

Und ich als Mama, ich wünsche mir für ihn, dass er die Eigenschaft, das es egal ist was andere sagen, noch gaaanz lange beibehält. Das es ihm egal ist, ob es Mädchenkram ist, sondern das nur zählt, das er Spaß damit hat. Und ich wünsche ihm, das er noch ganz lange aus Dingen einfach seins macht. Wie das blaue Einhorn mit grünem Glitzer.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s