„Mama – Verschwinde doch nicht einfach!“ oder auch: Wie ich einen Raum nicht mehr ohne Knatschen alleine verlassen kann.

Da sind wir also, der Mini und ich, mitten in dem Alter in dem Mama auf gaar keinen Fall und unter keinen Umständen aus dem Sichtfeld verschwinden darf. Sobald er das merkt geht die Sirene an, wenn er mich wieder sieht, aus.

 

Beim Zwerg war ich zugegeben ab und an noch genervt und dachte mir: „Kann doch nicht sein, ich bin doch nur in der Küche nebenan, der hört mich doch!“, aber dann las ich etwas über Objektpermanenz. Und das machte es mir damals schon leichter, beim Mini jetzt aber richtig verständlich, warum Babies weinen, wenn Mama aus dem Blickfeld ist.

 

„Objektpermanenz – was`n das für`n Ding“,werden sich einige von euch fragen. Objektpermanenz ist ein Begriff der kognitiven Psychologie von Piaget und besagt ganz vereinfacht das Babies nur wissen, das etwas existiert, wenn sie es sehen können. Das Dinge auch noch da sind, wenn sie kurzzeitig weg sind, lernen Babies erst mit zunehmenden Alter – eben mit Erwerb der Objektpermanenz. Dieser Zeitpunkt ist wie eigentlich alles individuell, geschieht aber meistens um den 8. Monat herum.

 

Der Mini kann also noch gar nicht wissen, das ich auch noch da bin, wenn ich nur in der Küche nebenan rumore. Für ihn bin ich nicht zu sehen und damit unweigerlich weg. Das heißt im Moment nehme ich ihn meist überall mit hin (also in der Wohnung, das er nicht alleine daheim bleibt versteht sich von selbst 😛 ) Er ist in der Küche beim aufräumen dabei und auch wenn ich mal eben ins Bad muss. Ich stelle es mir nämlich ziemlich schlimm vor, wenn ganz plötzlich mein allerliebster Mensch auf der Welt für mich komplett verschwunden ist. Ich möchte gar nicht drüber nachdenken, was für Ängste ein Kind in so einer Situation ausstehen muss (BTW deshalb ist abends alleine im Bett schreien lassen ja auch so tierischst schlimm, für das Baby sind nämlich die Eltern einfach weg.)

 

Klar, kann ich auch nicht immer vermeiden, das der Mini kurz warten muss und mich nicht mehr sieht. Wenn der Zwerg daheim ist, sowieso nicht. Da spielt der Mini gerade vor sich hin und der Zwerg braucht Hilfe im Bad. Joar. Reiß ich jetzt den Mini aus dem Spiel und schlepp ihn mit? Meist entscheide ich mich für nein und in diesen Fällen dauert es zu 100%ig länger als nur ein paar Sekunden. Ergebnis: Mini motzt, ich flitze wieder ins Wohnzimmer um ihn mitzunehmen, höre aber schon den Zwerg quengeln: „Maaaaaaaaaamaaaaaaaaaaaa. du wolltest doch mia helfen. Muss der Mini ma kurz weinen“ wieder ins Bad flitzen, Mini ablegen. Dem passt dieser Ortswechsel nun ja eigentlich gar nicht, wollte er doch nur wissen, das ich noch da bin. Also einen Quengel-Mini und im besten Fall noch einen Motz-Zwerg, weil ich ja kurz weg war. Joar. Da isser wieder. Dieser Alltag mit 2 Kindern. Aber ich schweife ab.

 

Zurück zur Objektpermanenz. Ich weiß nicht, wann es beim Zwerg besser wurde. Ich glaube mit 8 1/2 Monaten begann er zu krabbeln und kam dann einfach immer hinter mir her, wenn er mich rufen hörte oder auch gleich, wenn ich den Raum verließ. Der Mini kann ja aber noch nicht krabbeln und in diesem Falle heißt das wohl für mich – aussitzen, abwarten und manche Dinge auch mal kurzzeitig liegen lassen, um dem Mini die Sicherheit zu geben, das ich da bin. Immer.

 

 

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