Herzenssache: Stillen.

Ich sag ja immer ganz gerne beinah jede Mama kann stillen, wenn sie es nur will.

In meinem Umfeld und auch online bekomme ich immer öfter mit, dass es genug Hebammen gibt, die keine wirkliche Ahnung vom stillen haben. Ich finde das sehr schade, denn jede Mama die will, sollte die richtige Begleitung haben um diesen Wunsch erfüllt zu bekommen. Stillen ist keine Wissenschaft und einfach das beste was man für sein Baby tun kann. Und auch wenn euch in der Klinik zum Zufüttern oder abpumpen geraten wird, ist es noch nicht zu spät stillen „zu lernen“.

Die wichtigste Regel ist: „Anlegen, anlegen, anlegen!!!“ und zwar immer dann, wenn dein Baby unruhig wird. Die Brust ist nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern Baby-Seelentröster Nummer 1. Es ist völlig egal, ob ihr 4 Stunden Abstände eingetrichtert bekommt, denn wenn euer Baby Hunger hat, dann hat es Hunger. Es schaut doch nicht auf die Uhr und denkt sich: „Upsi, erst eine Stunde her..“ Sondern es denkt sich vielleicht: „Oh. An Mamas Brust ist es toll. Das will ich wieder.“ Es fühlt sich geborgen und ich fand im Wochenbett eigentlich nichts schöner als die ersten Tage stillend und kuschelnd zu verbringen. Diese Ruhe habt ihr nie wieder 😉 und im Normalfall stellt sich irgendwann von alleine ein Rhytmus ein. Je öfter du anlegst, desto mehr Milch wird übrigens produziert 🙂

Regel 2: Wer sagt das stillen am Anfang super einfach ist, hat nie wirklich gestillt! (Oder es auf Grund von Verdrängung vergessen)

Da bist du nun also, du hast dein Baby immer fein angelegt und nun kommt der Milcheinschuss. Deine Brüste sind plötzlich riesig und spannen und durch das ständige stillen sind deine Br.ustwarzen vielleicht angegriffen und wund. Mir hat es immer toll geholfen nach jedem Anlegen einen Tropfen Muttermilch einzumassieren. Ansonsten hilft auch die Br.ustpflegecreme von der Bahnhofsapotheke super. 🙂 Silberhütchen und Multimam Kompressen sollen auch gut helfen, aber mit beidem hab ich keine Erfahrungen.
Auch dieses Spannungsgefühl geht vorbei. Ich fand die Medela Still-Bh’s für den Anfang beide Male richtig toll. Damit du nicht ständig nasse Milchflecken auf deinem Shirt hast, brauchst du auf jeden Fall Stilleinlagen. Die von Lasinoh sind toll, weil sie einen richtigen Saugkern haben.

Außerdem kann es sein, dass du nach deinem Milcheinschuss ständig ausläufst oder verhärtete Stellen in deinen Br.üsten hast. Beides ist erstmal kein Drama. Deine Brüste müssen sich erstmal daran orientieren ob sie jetzt 1, 2 oder gar 3 Babies versorgen müssen 😉 Bei verhärteten Stellen half es mir am besten einfach heiß duschen zu gehen und dort die Br.ust auszustreichen. Generell empfiehlt es sich eher auszustreichen als abzupumpen – denn abpumpen regt die Milchproduktion auch an.

Regel 3: Nicht gleich beim ersten Schub versagen!

Ihr habt also die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden, es klappt richtig gut mit dem stillen und plötzlich will dein Baby stündlich an die Br.ust. Noch dazu sind deine brüste plötzlich nicht mehr prall, sondern weicher und deine Milch läuft nicht mehr ständig aus. Keine Panik, das heißt nicht das deine Milch nicht reicht. Deine Milchproduktion passt sich irgendwann an und deine Br.ust weiß jetzt, dass sie nur ein Baby versorgen muss.
Das dein Baby plötzlich stündlich an die Br.ust möchte, liegt vermutlich einfach an einem Wachstumsschub. Deine Br.ust begreift aber bei häufigerem Anliegen recht schnell, dass andere Milch benötigt wird und nach 2-3 Tagen sollte das ganze wieder normal sein. Hier war es auch immer massiv, besonders jetzt beim Mini.
Außerdem solltet ihr schauen, dass ihr vernünftig esst. Wenn ihr selbst zu wenig Nährstoffe und Flüssigkeit zu euch nehmt, ist da ja nichts mehr fürs Baby über.

Also, durchatmen und stillen so wie es euer Baby mag.

Der Mini ist mittlerweile ein bisschen über 7 Monate und wird im Grunde genommen noch voll gestillt. Er isst zwar meist bei uns mit, aber sooo viel landet da noch nicht im Magen. (Dafür auf / unter dem Stuhl, an den Händen / Gesicht / Haaren.. 😀 )

Aber lasst euch gesagt sein, wenn ihr euch durch die ganzen Anfangsproblemchen gekämpft habt, dann ist stillen einfach das Schönste und Tollste.

(Damit möchte ich keine Mütter angreifen die nicht stillen wollten oder trotz Hilfe wirklich nicht stillen konnten – ich möchte nur denen helfen, die wollen aber falsche oder keine Ratschläge bekommen haben)

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2 Gedanken zu “Herzenssache: Stillen.

  1. Stefanie schreibt:

    Toll geschrieben 🙂

    Und die MAM Kompressen helfen gut, hatte ich schon im Krankenhaus und auch zu Hause. Ein tolles kühlendes Gefühl für geschundene Warzen.

    Liebste Grüße

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