Wie mein Einjähriger mich etwas über Ehrgeiz lehrte.

Heute morgen machte ich mich mit dem kleinen Rabauken (fast 14 Monate) auf um einen kleinen Spaziergang zu machen. Der Große war zu dem Zeitpunkt in der Kita, Zeit also mich mal ganz zu entschleunigen und mein Tempo dem Kleinen anzupassen. Er läuft jetzt seit etwas mehr als 1,5 Monaten und mittlerweile legt er den Großteil seiner Strecken auf zwei Beinen zurück. Weit kamen wir verständlicherweise nicht, aber er war so fasziniert und begeistert von allem, dass ich nicht umhin kam den kleinen Rabauken zu bewundern.

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Nicht nur, dass es für ihn draußen in der Welt wahnsinnig viel zu entdecken gab – da kamen Laster und ein Traktor die Straße entlang, Pusteblumen und Gänseblümchen kreuzten unseren Weg, einige Gräser waren noch nass vom Morgentau und Nachbarsgarten endlich mal in Ruhe betrachten zu können schien er auch grandios zu finden – Nein, ich bewunderte vor allem seinen Ehrgeiz.

Ich kann euch nicht sagen, wie oft er auch seine kleinen Knie fiel. Doch jedesmal rappelte er sich prompt wieder auf und lief mit gleicher Motivation einfach weiter. Ich beobachtete ihn dabei und überlegte mir, dass wir Erwachsenen uns einfach wie so oft eine Scheibe bei unseren Kindern abschneiden sollten. Während ich neue Sachen zwar gerne probiere, doch bei wiederkehrenden Misserfolgen gerne aufgebe, machte sich der kleine Rabauke immer und immer wieder ans weiterlaufen. Er hätte einfach krabbeln können und wäre so mühelos von A nach B gekommen, aber nein – er lief. Und wie er sich freute draußen laufen zu können. Er stiefelte brabbelnd vor sich hin, grinste mich immer wieder an und schien vor allem eins: Stolz auf seine Leistung. Es war ihm egal ob er ein-, zwei-, drei- oder zehnmal hinfiel, er wollte laufen und war einfach stolz das das trotz Gras, Stock und Stein so gut klappte.

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Ich sag euch – ich bin so verliebt in den kleinen Rabauken. Er lernt im Moment unglaublich viel und auch wenn der Tag von vielen Wutanfällen und Schreiattacken durchzogen ist, bin ich jeden Abend aufs neue froh, ihn bei mir zu haben und ihn beim aufwachsen zu begleiten.

Foto 2

Meine Kinder lernen mir täglich neues und ich bewundere ihre kleinen Sturköpfe, ihren Einfallsreichtum, ihre Unbedarftheit und ihr Liebe. Ich bewundere den Großen, der den ganzen Nachmittag ohne Pause durchplappern kann und dessen Kopf voller kleiner Fantasiegeschichten ist. Ich bewundere den Kleinen, der nahezu minütlich neues lernt und immer mehr versteht und beginnt die ersten Wörter zu sprechen. Und ich bewundere beide – wie sie miteinander umgehen, sich herzen, streiten, lieben und teilen.

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