Der ganz normale Wahnsinn.

Heute möchte ich euch von einem ganz normalen Nachmittag bei uns erzählen. Ich musste heute dringend noch einkaufen, also ging es zu erst in den Supermarkt unseres Vertrauens. Beide Kinder in den Einkaufswagen gepackt und los ging es. Seltsamerweise klappte das richtig gut – bis auf die Tatsache das der kleine Rabauke ständig aufstand und versuchte aus dem Sitz zu klettern. Kamikaze-Kind eben.

Auf der Heimfahrt kippte dann die Stimmung. Der kleine mopste den Kita-Rucksack vom großen Rabauken, was dem ein hysterisches Gekreische entlockte. Beim Kampf um den Rucksack auf der Rückbank, fielen auch noch die Sammelsticker vom Großen runter. Hysterisches Geschrei die zweite. Ich versuchte von vorne zu vermitteln und konnte beide mit ihren Lieblingssprüchen und -liedern ablenken. (Gott sei Dank haben wir nicht sonderlich weit zu fahren.)

Wieder daheim lud ich beide Kinder aus, als ich ums Auto herumging, bemerkte ich eine Pfütze hinter dem Auto (hallo Mama Scanner-Blick), also zog ich dem kleinen schon mal vorsorglich Krabbelpuschen und Socken aus. Ich schickte ihn in Richtung Tür von wo der Große schon rief, ich soll aufmachen, er braucht einen Löffel für seinen eben ausgesuchten Joghurt. Der Kleine kam natürlich nicht hinterher und als ich mit Tüten und Löffel zurück kam, fand ich ihn, wie erwartet, in der Pfütze stehend vor. Und während ich neben ihm die Tüten einräumte, vernahm ich erneut Gebrüll aus Richtung Garten, der Große kam weinend auf mich zu und jammerte, dass er beim Joghurt aufmachen die Hälfte verkippt hätte. Ich sagte ihm ich würde sofort kommen und drehte mich um, um den kleinen Rabauken mitzunehmen. Der saß mittlerweile in der Pfütze. Tropfnass und mich angrinsend. Also irgendwie schnell den Rest Einkauf in die Tüte geschmissen und das nasse Kind gepackt. Drinnen Wechselsachen rausgesucht, ab in den Garten. Dort feststellen das Gott sei Dank nur die Knusperperlen aus dem Joghurt gefallen sind, Perlen auflesen, ein glückliches großes Kind sehen. Das kleine, dreckige Kind umziehen, dabei Flecken aufs eigene Shirt machen und nebenbei versuchen dessen Protestgeschrei zu ignorieren und dem Großen zuzuhören, der eben von seinen Kita-Erlebnissen plaudert.

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Der Rest des Nachmittags lief Gott sei Dank recht entspannt. Wir bastelten ein Vatertagsgeschenk für den Mann und die Kinder spielten entspannt im Sand, malten Kreidebilder auf unsere Treppenstufen und hatten jede Menge Spaß. Den meisten vermutlich als entdeckten das unsere Schubkarre letzte Nacht voller Wasser gelaufen war.

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Das kleine Kamikazekind lies es sich natürlich nicht nehmen die Schubkarre zu erklimmen und – ihr erratet es schon – ein weiteres Bad zu nehmen. Also im Wasserquellen suchen sind die beiden echt Spitze. Sollten wir uns mal in der Wüste verlaufen, brauchen wir keine Wünschelrute. Wir haben ja die Jungs 😉

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Ich nahm also mein noch dreckiges Handtuch vom Pfützenbad, schnappte den Kleinen und hörte hinter mir ein: „Ich bin auch patschnass Mama“ vom großen Rabauken. Da stand er. Das weiße Shirt mehr braun und grau als weiß, in der Hand den eben an der Schubkarre gefüllten Eimer, jetzt natürlich leer und schaute erschrocken drein. Warum sollte auch einer von beiden sauber bleiben. Aber – oh wunder – nach einem warmen Bad hab ich unter den ganzen Schlamm, Dreck und der aufgetragenen Schicht Sonnencreme doch tatsächlich meine Kinder wiedergefunden.

Meine Jungs, die mich so oft in den Wahnsinn treiben, aber das wundervollste sind was mir jemals passiert ist. Und wenn sie sich dann sauber, duftend und zufrieden auf der Couch an mich kuscheln, Küsschen verteilen und gespannt beim Bücher vorlesen zuhören, dann sind sie nicht nur Rabauken, sondern wundervolle Engel.

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