12 von 12 im Mai – ein bisschen Alltag.

Heute ist wieder einmal der 12. des Monats. Es wird also wieder mal Zeit für die 12von12.

Ich mag die 12von12 ja total. Es geht darum seinen Alltag an jedem 12. des Monats in 12 Bildern zu dokumentieren und die anderen daran teilhaben zu lassen. Meine Bilder sind immer schon im Laufe des Tages bei Instagram zu sehen. Jetzt, später am Abend auch auf dem Blog.

Ich wünsche euch viel Spaß bei diesem kleinen Alltagseinblick. Mehr Teilnehmer findet ihr bei Draußen nur Kännchen.

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Guten morgen! Frühstückszeit für die gesamte Familie, bevor der Mann und der große Rabauke das Haus verlassen.

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Jetzt aber schnell. Hände und Mund waschen und ab ans Fenster um Papa und dem großen Bruder zu winken und Kusshände hinterher zu werfen.

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Während der kleine Rabauke das Wohnzimmer auseinander nimmt vor sich hinspielt, habe ich Zeit um mich schnell zu schminken und aus-dem-Haus-geh fertig zu machen.

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Schnappschuss auf dem Weg zum Musikgarten mit dem kleinen Rabauken.

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Dort angekommen war der heute mal wieder mächtig im Tanzfieber.

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Spontaner Outfitwechsel vor dem einkaufen. Wir waren nach dem Musikgarten noch bei einer Freundin, wo ich vor lauter quatschen vergaß ein Bild zu machen und der Kleine sich volle Ladung mit Wasser besudelte. Gott sei Dank passen dem kleinen Rabauken die Sachen ihrer Tochter.

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Und weiter ging es für uns zu den Schwiegereltern, die heute ausnahmsweise den großen Rabauken aus der Kita abholten und bei den Temperaturen mit Pool und Kuchen lockten.

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Gemeinsam mit dem großen Rabauken Schnecken sammeln und schauen ob sie vielleicht aus ihrem Häuschen kommen. Scheinbar war es denen aber auch zu warm, denn es tat sich nix.

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Weiter ging es zu den Hasenställen. Am meisten mögen wir ja beide die Babyhäschen. Ich liebe es ja zu beobachten, wie der Große für die Hasen Löwenzahn und Gänseblümchen pflückt und diese dann stolz verfüttert.

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Endlich daheim. Der kleine Rabauke brauchte eine wohlverdiente Stillpause und der Große freute sich über seine neue Zeitschrift.

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Da die zwei Rabauken noch super schmutzig vom im Garten spielen waren, ging es danach erstmal ab in die Wanne.

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Zum Abschluss gab es heute Pita mit Thunfisch und Tonnen von Gemüse.

Ich hoffe ihr hattet einen ähnlich schönen, warmen und sonnigen Dienstag. Ich kuschel mich jetzt mit dem Mann auf die Couch und schaue Trash-TV.

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Wie mein Einjähriger mich etwas über Ehrgeiz lehrte.

Heute morgen machte ich mich mit dem kleinen Rabauken (fast 14 Monate) auf um einen kleinen Spaziergang zu machen. Der Große war zu dem Zeitpunkt in der Kita, Zeit also mich mal ganz zu entschleunigen und mein Tempo dem Kleinen anzupassen. Er läuft jetzt seit etwas mehr als 1,5 Monaten und mittlerweile legt er den Großteil seiner Strecken auf zwei Beinen zurück. Weit kamen wir verständlicherweise nicht, aber er war so fasziniert und begeistert von allem, dass ich nicht umhin kam den kleinen Rabauken zu bewundern.

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Nicht nur, dass es für ihn draußen in der Welt wahnsinnig viel zu entdecken gab – da kamen Laster und ein Traktor die Straße entlang, Pusteblumen und Gänseblümchen kreuzten unseren Weg, einige Gräser waren noch nass vom Morgentau und Nachbarsgarten endlich mal in Ruhe betrachten zu können schien er auch grandios zu finden – Nein, ich bewunderte vor allem seinen Ehrgeiz.

Ich kann euch nicht sagen, wie oft er auch seine kleinen Knie fiel. Doch jedesmal rappelte er sich prompt wieder auf und lief mit gleicher Motivation einfach weiter. Ich beobachtete ihn dabei und überlegte mir, dass wir Erwachsenen uns einfach wie so oft eine Scheibe bei unseren Kindern abschneiden sollten. Während ich neue Sachen zwar gerne probiere, doch bei wiederkehrenden Misserfolgen gerne aufgebe, machte sich der kleine Rabauke immer und immer wieder ans weiterlaufen. Er hätte einfach krabbeln können und wäre so mühelos von A nach B gekommen, aber nein – er lief. Und wie er sich freute draußen laufen zu können. Er stiefelte brabbelnd vor sich hin, grinste mich immer wieder an und schien vor allem eins: Stolz auf seine Leistung. Es war ihm egal ob er ein-, zwei-, drei- oder zehnmal hinfiel, er wollte laufen und war einfach stolz das das trotz Gras, Stock und Stein so gut klappte.

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Ich sag euch – ich bin so verliebt in den kleinen Rabauken. Er lernt im Moment unglaublich viel und auch wenn der Tag von vielen Wutanfällen und Schreiattacken durchzogen ist, bin ich jeden Abend aufs neue froh, ihn bei mir zu haben und ihn beim aufwachsen zu begleiten.

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Meine Kinder lernen mir täglich neues und ich bewundere ihre kleinen Sturköpfe, ihren Einfallsreichtum, ihre Unbedarftheit und ihr Liebe. Ich bewundere den Großen, der den ganzen Nachmittag ohne Pause durchplappern kann und dessen Kopf voller kleiner Fantasiegeschichten ist. Ich bewundere den Kleinen, der nahezu minütlich neues lernt und immer mehr versteht und beginnt die ersten Wörter zu sprechen. Und ich bewundere beide – wie sie miteinander umgehen, sich herzen, streiten, lieben und teilen.

Der liebste-Mama-Tag

Muttertag. Ein Thema was die Gemüter in meinen Timelines und Offline-Leben erhitzt. Die einen nörgeln, weil man(n) nicht daran gedacht hat und auch von den Kindern nichts kam, die anderen entgegnen, dass man lieber dauerhaft wertgeschätzt werden will und nicht nur an einem Tag.

Und dann gibt es noch solche wie mich. Ich durfte heute früh etwas länger schlafen, wurde anschließend von Küsschen und mit einem „einen schönen liebste-Mama-Tag* meine Mama“ geweckt, um dann im Wohnzimmer einen gedeckten Frühstückstisch vorzufinden und vom großen Kind ganz stolz kleine Geschenke überreicht zu bekommen. Ich bekam eine gebastelte Karte vom Großen und eine bemalte Karte vom Kleinen. Schon alleine diese Aufmerksamkeiten fand ich großartig, doch dann kam der Zwerg noch mit einer kleinen Packung und drin war ein Parfüm für mich vom Herzmann. Mein Mann ist der tollste sag ich euch. – Mit sowas hätte ich nie gerechnet.

Ihr merkt schon – ich liebe Muttertag. Ja, ich mag auch Valentinstag, Männertag, Kindertag, Geburtstag, Ostern, Weihnachten…die ganze Palette. Doch werde ich sonst nicht wertgeschätzt?! Das Totschlagargument ist ja immer: „Wir brauchen keinen besonderen Tag um mich als Mama zu ehren / unsere Liebe zu zelebrieren / der uns vorschreibt wann wir uns was schenken sollen..“ Aber wisst ihr was?! Das brauche ich auch nicht, aber es ist toll das es sowas gibt!

Ich fühle mich eigentlich jeden einzelnen Tag wertgeschätzt. Sei es ein „toll siehst du heute aus“ vom Mann per whats app, wenn ich gerade ein Selfie bei insta hochgeladen habe oder ein „Mama, weißt du wie sehr ich dich liebe?“ vom großen Kind. Genauso oft sagt mein Mann mir, dass ich eine tolle Frau und Mama bin und er bewundert wie ich das so hinbekomme. Der Mann bringt mir auch mal einen Strauß Feldblumen, eine Karte oder mein Lieblingsnaschi mit, wenn er gerade an mich denken musste. Und trotzdem mag ich solche „Kommerztage“. Mir ist es einfach wichtig und das weiß mein Mann und sorgt von daher Jahr für Jahr für kleine Aufmerksamkeiten. Ich erwarte keine teuren Geschenke, aber ich mag es einfach, dass sich jemand Gedanken macht. Das kann ein tolles Frühstück, ein gemaltes Bild oder ein gerahmtes Foto sein. Es geht einfach nur um das: „Hey, heute ist Muttertag und ich hab an dich gedacht.“. Einfach mal eine Aufmerksamkeit über das normale wertschätzen im Alltag hinaus. Denn sind wir doch mal ganz ehrlich, oftmals geht dieses wertschätzen im normalen Trott einfach unter. Da sagt der Mann einem zwischen Geschirrspüler ausräumen und tobenden Kindern einfangen, dass man das toll macht. Natürlich nehme ich sowas für voll und freue mich kurzzeitig. Wenn aber nur Sekunden später ein brüllendes Kleinkind an meinem Hosenbein hängt, weil es der große Bruder mit dem Toben übertrieben hat oder der Große plötzlich beginnt alle Kissen von der Couch zu schmeißen – gefühlt immer 10 Sekunden vor der zu-Bett-geh-Zeit-, dann ist dieser Effekt auch genauso schnell verpufft wie er kam. (Und jetzt sagt mir nicht, dass ihr euch jedes Kompliment eures Mannes abspeichert – dann sind das nämlich definitiv zu wenige).

Deshalb bin ich einfach pro -Muttertag. Und freue mich umso mehr, dass mein Mann mir einen wundervollen Tag bereitet hat, ich heute glücklich und zufrieden ins Bett gehen kann und mir denke: „Hast du ein Glück, dass dein Mann weiß was du willst.“. Denn egal ob Muttertags-Muffel oder Fan, wichtig ist, dass euer Umfeld weiß was ihr mögt und ihr einen tollen Tag hattet.

*Der Muttertag heißt hier übrigens in Anlehnung an ein Kinderbuch beim Großen immer „Liebste-Mama-Tag“. Find ich irgendwie auch schöner, oder nicht?!

Die Sache mit dem Stillen…

Stillen ist ja in unserer Gesellschaft so ein Ding. Die einen wollen und können, andere wollen und können nicht, manche wollen aber gleich gar nicht. Aber egal wie man es macht – man hat immer das Gefühl sich rechtfertigen zu müssen.

Stillen ist eines der Themen bei dem es eigentlich immer heiß her geht. Ich glaube nirgends sonst fühlt man (Frau) sich so schnell beleidigt wie beim Thema stillen. Deshalb möchte ich gleich vorweg sagen – wenn du als Leserin nicht stillst bist du keineswegs schlechter als manch andere Mama! Wir geben immer und überall das Beste und tun das wozu wir in der Lage sind.

Für mich war bei beiden Kindern von Anfang an klar: ich stille. Ich machte mir weder Gedanken ob meine Milch reichen könnte noch wunde Brustwarzen und was sonst noch alles passieren kann. Der Große kam auf die Welt, ich legte ihn kurz nach dem Kaiserschnitt an, er trank – alles gut. Okay, er wollte nicht an die eine Brust und im Krankenhaus kamen keine wirklich guten Tips, also stillte ich nur mit einer Brust bis mir daheim meine Hebamme weiterhalf. Ich begann beim Großen mit 4,5 Monaten mit der normalen Beikost, ersetzte recht zügig alle Mahlzeiten und stillte nur noch nachts noch bis er circa 11,5 Monate alt war. Dann schlief er 5 Nächte am Stück durch und akzeptierte danach auch Wasser aus der Flasche. Ich war damals recht froh meinen Körper wieder für mich zu haben und es war okay für uns beide. Rückblickend denke ich, ich hätte noch eine Weile weiterstillen sollen, aber das ist nun nicht mehr zu ändern. Irgendwie dachte ich ohnehin mit einem Jahr stillen sich die Babys von alleine ab und brauchen ja auch die Nahrung nicht mehr.

Mittlerweile weiß ich – stillen ist so viel mehr als Nahrung. Stillen ist auch kuscheln, Trostspender, Energienachschub oder wahlweise auch Einschlafhilfe. Kurz: ich finde stillen ist einfach toll.

Beim Kleinen war die ganze Sache anders. Ich nahm mir vor die ersten 6 Monate vollzustillen, BLW zu machen und nebenbei noch so oft zu stillen wie er möchte. Ich stillte also 6 Monate voll und dank BLW ersetzten wir nach und nach die Mahlzeiten wie es uns passte. Ehrlich gesagt fand ich diesen Weg viiieelll entspannter als den Beikostweg beim Großen. Der Kleine aß gerne und auch recht schnell sättigende Mengen, so das wir nah und nach einzelne Stillmahlzeiten weglassen konnten.

Und so ist es bis jetzt irgendwie geblieben. Er braucht sein „dilln“ einfach noch sehr. Er isst voll mit, teilweise mehr als sein Bruder und auch alles und sehr gerne, aber ich stille nach wie vor zwischen 2-6 mal tagsüber. Die Nächte noch nicht mitgezählt: da kommen wir in guten Nächten auf 2-3 mal, in schlechten auf 5 oder 6 mal. Also ich stille mindestens 4 mal in 24 Stunden, im Durchschnitt schätze ich so um die 8 mal. Es ist nicht so das er nicht ohne Milch kann. Bin ich nicht griffbereit gehts auch wunderbar ohne, aber wehe ich bin da und wehe ich setze mich auf die Couch. Dann wird sofort zu mir gekommen und am Shirt gezupft.

In 90% der Fälle stört mich das nicht, irgendwie sind es ja auch so kleine Pausen vom Alltag, aber seit kurzem will er auch wieder in der Öffentlichkeit stillen. Wird das mit Mini – Baby noch relativ gut geduldet, erntet man mit einen Laufkind doch öfters schräge und irritierte Blicke. Und ich fühle mich damit dann auch nicht wohl. – Einerseits möchte ich gerne die Bedürfnisse des Kleinen stillen und ihm geben was er braucht, andererseits wird es mir zunehmend unangenehm immer schon nach ruhigen Ecken Ausschau zu halten für den Fall das er gestillt werden will. Ich weiß da aktuell noch keinen Rat, erkläre ich ihm was Sache ist, ernte ich Riesengebrüll und Wutanfälle. Ich setze jetzt einfach mal auf die Zeit: irgendwann wird er verstehen das Mama daheim auf der Couch gerne stillt, doch in der Öffentlichkeit nicht will.

Das ich noch stille sage ich auch gerne offen heraus und man abgesehen von komischen Blicken von fremden Leuten, die mir ja sowieso egal sein können, habe ich bis jetzt durchweg positive Reaktionen im Verwandten-, Freundes- und Bekanntenkreis bekommen. Mir ist es nicht unangenehm zuzugeben nach einem Jahr doch noch recht häufig zu stillen. Für mich ist das einfach was ganz normales. Im Moment mag ich es, bis auf die Ausnahme in der Öffentlichkeit, einfach noch zu sehr um wirklich ernsthaft ans Abstillen zu denken. So bringe ich den Kleinen abends meistens innerhalb von Minuten zum Schlafen, kann ihn bei Schmerzen trösten, seine Akkus aufladen, spare mir nachts das Flasche machen und wenn sich das Essen verschiebt, kann ich mal eben ohne Probleme für einen Zwischensnack sorgen.

Doch ein Gedanke schleicht sich in letzter Zeit immer häufiger in meinen Kopf: „wie wird das, wenn ich mal nicht mehr stillen will??“ Ganz leise hoffe ich, das er irgendwann in diesem oder nächsten Lebensjahr keine Lust mehr hat. Aber was ist wenn das nicht eintritt? Ich weiß, dass mit dem Kita Start im Juli sicherlich einige Stillmahlzeiten tagsüber wegfallen werden, aber der Rest?! In letzter Zeit lese ich häufiger von Abstilldramen bei größeren Kindern und das macht mir in länger Hinsicht schon irgendwie Bauchschmerzen. Aber deshalb jetzt erzwungen Abstillen will ich keinesfalls.

Vielleicht mögen die Langzeitstillmamas unter euch verraten wie es bei ihnen war? (Zum kommentieren oben aufs Herzchen klicken)

Warum es AP Eltern meist einfacher haben

Bei uns im Hause Valentine wird AP gelebt. AP heißt Attachment Parenting oder auf deutsch „bindungsorientierte Erziehung“. Obwohl ich bei dem Wort Erziehung mittlerweile schon ein wenig stoppe, denn im klassischem Sinne „erzogen“ wird hier bei uns gar nicht.

Beide Kinder leben mit uns – auf einer Augenhöhe. Wir haben alle Bedürfnisse: die Kinder, der Mann, der Hund und natürlich auch ich. Bei uns ist kein Bedürfnis wichtiger oder unwichtiger als das andere, auch die der Kinder werden als vollwertig anerkannt. Natürlich ist mir bewusst, dass sich der Blick aufs Kind in den letzten Jahren geändert hat und heutzutage Kinder mehr und mehr als vollständige und vor allem eigenständige Lebewesen behandelt werden, trotzdem wird eben oft noch „klassisch“ erzogen.

Lange Zeit war das Ziel der Erziehung, dass Kinder einfach „gut erzogen“ waren. Heißt: Wenn der Kuchen spricht hat der Krümel zu schweigen, es wird sich benommen und Kinder haben möglichst nicht aufzufallen: Das die Eltern bestimmen war natürlich auch klar, sonst „tanzen die Bälger einem irgendwann auf der Nase rum“.

Doch was passiert eigentlich, wenn man den Kindern mehr „Macht“ überlässt? Was, wenn Kinder mitbestimmen dürfen? Verkommen sie dann zu ungezogenen Rotznasen?! – Nein, behaupte ich. Meine Kinder sind zumindest sehr sozial und wissen sich zu benehmen.

Bereits beim Zwerg lebten wir sehr Bedürfnisorientiert. Ich wusste allerdings weder den Namen noch sonst irgendetwas. Es war einfach rein intuitiv seine Bedürfnisse sofort zu stillen und ihn als vollwertigen Menschen anzusehen. Irgendwann stieß ich auf Sears und las „The Baby Book“. Ich kannte kein deutsches Pendant, aber vieles was er schrieb erschien mir sehr einleuchtend. Als es dann auf seinen ersten Geburtstag zuging, bekam ich aber immer öfter zu hören „du musst langsam aber sicher beginnen ihn zu erziehen, sonst tanzt er dir auf der Nase rum“. Besonders in einem Forum in dem ich schrieb, bekam ich viel Gegenwind. Ich versuchte manche Ratschläge halbherzig umzusetzen, aber es passte für mich einfach nicht. Es fühlte sich schlicht falsch an, ihm eine Grenze zu setzen, die für mich persönlich einfach keine war – nur weil es gesellschaftlich nicht gerne gesehen war.

Nachdem ich auf Sears gestoßen war, suchte ich auf Facebook nach Attachment Parenting Gruppen und stieß auf eine Menge Eltern, die ähnlich dachten wie ich. Ich war begeistert. Endlich gab es in schwierigen Zeiten Tips die ich als sinnvoll ansah. Ich las viel von Juul und später auch Renz-Polster, stieß auf unerzogen und begann vieles viel lockerer zu sehen.

Je mehr ich meinem großen Kind vertraute, desto einfacher wurde es. Aber es soll hier nicht darum gehen, warum AP, sondern warum es AP Eltern einfacher haben. Ich habe einmal irgendwo gelesen, dass es sich AP Eltern ja schön „einfach“ machen. Ja, stimmt ja auch. Wieso denn auch nicht?! Wo steht denn das Leben mit Kindern ein dauerhafter Kampf und super-anstrengend sein muss? (Womit ich nicht absprechen will, dass Kinder nicht anstrengend sind – ich bin abends regelmäßig platt 😀 )

Hier also meine Tipps für ein stressfreieres Leben mit Kindern:

1. Stillen nach Bedarf

Ich habe beide Kinder gestillt. Mir ist bewusst, dass das leider nicht jede von uns kann oder will. Deshalb ist Fläschen geben nach Bedarf natürlich auch genauso richtig und in Ordnung.
Der Kleine wird zum Beispiel jeden Abend in den Schlaf gestillt und auh tagsüber noch ganz oft zum runterkommen.

Einschlafstillen ist die einfachste Methode überhaupt um ihn abends in kürzester Zeit zum schlafen zu bringen und außerdem eine wunderschöne Möglichkeit für mich ganz in Ruhe mit ihm zu kuscheln und den Tag Revue passieren zu lassen.

Am Tag stille ich auch noch bei Bedarf. Das kann von 1-5 mal oder auch häufiger schwanken. Ich genieße diese kleinen Auszeiten zunehmend und habe oft das Gefühl der Kleine braucht das einfach um aufregende Dinge zu verarbeiten oder eben nur mal kurz Energie zu tanken.

2. Familienbett

Oh, wie liebe ich unser Familienbett. Es gibt nichts schöneres als nachts mit den Kindern zu kuscheln. Der Kleine schläft meistens im Beistellbett, nach dem stillen aber auch immer öfter direkt an mir dran. Ich wäre ehrlich viel viel zu müde nachts um ständig aufzustehen, den Kleinen aus seinem Bett zu nehmen, mir ihn zum stillen zu holen und wieder zurück zu legen. So ziehe ich ihn oft nur an mich ran und schlafe nachdem er angedockt hat auch schon weiter.

Der Große schläft in 90% der Nächte in seinem Zimmer ein, wacht in 100% der Nächte aber in unserem Bett auf. 😀 irgendwann nachts wird er wach und kommt rüber. Ich glaube die Tage an denen er komplett in seinem Bett geschlafen hat, kann ich an einer Hand abzählen..

3. Tragen

Ich liebe es zu Tragen. Wirklich und aus tiefsten Herzen. Tragen ist mein Ding. Es gibt den Kleinen wunderbar Nähe und man kann nebenbei so viele Sachen erledigen.

Im Moment ist der Kleine zum Beispiel Mega anhänglich und ich kann kaum einen Schritt ohne ihn tun. Im Normalfall müsste der Haushalt liegen bleiben. So binde ich ihn mir einfach auf den Rücken und er ist zufrieden mit sich und der Welt. Heute schaffte ich es so sogar ein wenig zu arbeiten. Er saß auf meinem Rücken im einfachen Rucksack, Spielzeug in der Hand und ich konnte am PC Mails verschicken und diesen Blogpost vorbereiten. Außerdem kann ich ihn mir auf den Rücken schnallen oder binden und zum Beispiel gemütlich durch die Stadt bummeln. Er ist einfach immer dabei.

In seiner Elternzeit schaffte der Mann es einen Teil unseres Flurs zu renovieren – er hatte den Kleinen einfach ganz oft auf dem Rücken dabei. Er konnte in Ruhe die Tapete von der Wand lösen und der Kleine hatte seine benötigte Nähe und konnte zuschauen.

4. Schlafen nach Bedarf

Es ist total sinnlos dein Kind um 8 Uhr ins Bett zu bringen, nur weil eine Uhr das sagt. Wenn es da noch nicht müde ist, ist es noch nicht müde.

Hier hat sich es eingebürgert, dass es nach dem Sandmann um 19 Uhr ins Bett geht. Weiß ich der Große hat mittags geschlafen, kann das gut und gerne auch mal 20 Uhr sein. Aber im Normalfall bringen wir die Jungs nach dem Sandmann ins Bett und dann ist Schlafenszeit.

Wenn der Große aber noch nicht müde ist, darf er einfach noch Kassette hören und leise spielen. Leise deshalb, weil sonst der Kleine nebenan aufwacht. Bedürfnisorientiert halt. Der Kleine ist oftmals müde und will schlafen und der Große noch nicht. In solchen Situationen greifen hier ganz einfach auch bestimmte Regeln.

Tagsüber ist es auch ganz unterschiedlich. Der Große schläft schon länger im Normalfall gar nicht mehr, der Kleine wenn er müde ist. Das kann einmal oder zweimal sein. Gegen 10 / 11 / 12 oder auch erst 1 Uhr. Kommt immer darauf an, was am Tag so ansteht und wann er eben einfach müde ist. Sind wir daheim schläft er meist in der Nonomo, unterwegs aber auch gern im Auto, Tuch oder selten Kinderwagen.

5. Essenszeiten

Hier wird gegessen, wenn Hunger da ist. Meist passt das mit den Essenszeiten ganz gut überein, oft aber eben auch nicht. Der Große futtert zum Beispiel gerne gegen 17 Uhr nochmal was und dafür dann zum Abendessen nur 2-3 Bissen.

Auch Mittag ist hier recht unterschiedlich. Am Wochenende frühstücken wir gerne spät, dementsprechend gibts eben auch später Mittagessen. Feste Zeiten sind irgendwie meist nichts für uns – zumindest nicht an Tagen an denen wir frei haben. Unter der Woche hat der Große in der Kita einen geregelten Ablauf und der Kleine und ich dank Krabbelgruppe usw meist auch. Aber am Wochenende oder in den Ferien lassen wir uns gerne treiben. Durch diese Flexibilität ersparen wir uns einfach sämtliche Essensdiskussionen. Beide Kinder wissen, dass sie immer Essen bekommen. Auch wenn der Hunger erst kurz nach dem Essen kommt.

Das sind die Hauptpunkte, die mir prompt einfallen, wenn ich daran denke, warum es mit AP einfach einfacher läuft. Besonders im Babyalter ist es so ganz einfach sein Baby glücklich und zufrieden zu machen.

Oder auch: „Gestillte Bedürfnisse verschwinden irgendwann, ungestillte kommen immer wieder.“

„Ohne den Kleinen wars langweilig“ oder: Wie der Große zum großen Bruder wurde.

Ich weiß noch ganz genau – als ich mit dem Kleinen schwanger war, war ich voller Zweifel. Der Große war zwar in der ersten Zeit ein relativ „einfaches“ Baby, doch mit zunehmenden Alter sehr anspruchsvoll. Er forderte viel Aufmerksamkeit, hatte sehr viele massive Trotzanfälle, war eine zeitlang nie zufrieden. Versteht mich nicht falsch, er war immer ein großartiges Kind: MEIN großartiges Kind, aber alle Eltern unter euch werden wissen – manchmal haben Kinder eben Phasen in denen es nur noch hilft sich vorzubeten „Es ist nur eine Phase!“ und die Bedürfnisse der Kleinen so gut es eben geht zu erfüllen.

Mit etwa 1,5 Jahren wurde der Große deutlich pflegeleichter und damit verbunden keimte in mir und meinem Mann der Wunsch nach einem zweiten Kind. Wäre es nicht toll, wenn der Große jemanden zum spielen hätte? Dann könnten die gemeinsam toben und so ein geringer Altersabstand hat ja auch eine Menge positive Seiten…

Gesagt, getan. Ich wurde sehr schnell schwanger mit dem Kleinen – anfangs mit vielen Höhen, Tiefen, einem Krankenhausbesuch und dem Wissen „vielleicht mag der Kleine gar nicht bleiben und geht noch“. Aber mein kleines Menschlein im Bauch biss sich durch und blieb. Danach kehrte Ruhe ein und mit dieser Ruhe ging das Gedankenkarussell los. „Wie würde der Große diese Umstellung verkraften?“ , „Schubs ich ihn jetzt vom Thron?“, „Wird er eifersüchtig sein?“, „Was mach ich, wenn er gerade einen Bock hat und das Baby gestillt werden muss?“, „Kann ich beiden Kindern gerecht werden?“.  Der Große war von Anfang an in die Schwangerschaft involviert. Er wusste das da ein Baby in Mamas Bauch heranwuchs, kam ab und an mit zum Ultraschall und später auch zum CTG. Wir starrten also gemeinsam auf den Monitor und hörten dem Herzschlag seines Brüderchens. Er malte meinen Bauch an, er cremte ihn täglich ein, legte seinen Kopf auf den Bauch und horschte und er sprach mit seinem Brüderchen. Er war damals schon ein super stolzer großer Bruder.

Ich las viel zum Thema „Geschwisterkinder“. Ich hatte das Gefühl, ganz genau wissen zu wollen, was in meinem Großen vorgeht um im Zweifelsfall gegenzusteuern. Ich las darüber, dass es für Kinder so ist, als wenn der Mann plötzlich eine hübsche geliebte mit heimbringt und sagt „Das ist Elfriede, die liebe ich genauso sehr wie dich und sie gehört jetzt zur Familie“. Grauenhafte Vorstellung für mich und um ehrlich zu sein, machte das mein schlechtes Gewissen gegenüber dem Großen nicht besser. Da gab es auch plötzlich Leute, die dir erzählten, dass man spürt wie das wundervolle Band zum Erstgeborenen einfach durchgeschnitten wird und dieses „Du und ich gegen den Rest der Welt“-Gefühl einfach verschwindet. Ich hörte, dass der Erstgeborene sich aber ganz schön umschauen wird, wenn das Geschwisterchen erstmal da ist. Und es gab Artikel die einem sagten, dass die Geburt eines Geschwisterchens für die Großen in etwa zu Vergleichen ist mit dem Verlust eines engen Familienmitglieds. Die Welt der großen Kinder würde plötzlich erschüttert, nichts mehr wie es gewesen ist und die Kinder müssen sich erstmal alleine ihren neuen Platz in der Familie suchen.

Ich bin ehrlich: all das ließ mich erschaudern. Es war meine eigene Mama, die mich damals fragte: „Hattest du jemals so ein Gefühl?!“ Ich war knapp 2 als mein kleiner Bruder auf die Welt kam und es folgten noch 2 weitere Geschwister. An die Zeit ohne meinen Bruder erinnere ich mich gar nicht, also auch nicht an dessen Geburt. Aber an die Geburt meiner anderen beiden Geschwister erinnere ich mich – und wenn ich daran denke ist dort in meiner Erinnerung nur noch dieses stolze Gefühl eine große Schwester zu sein, keine Wut, kein Verlustsdenken, gar nix. Dinge die einem in so einer Situation ungemein beruhigen.

Dann kam der Mini auf die Welt. Es war sehr früh an einem Frühlingsmorgen und knapp 3 Stunden nach der Geburt saß mein großes Kind neben mir auf dem Bett und betrachte strahlend und stolz seinen kleinen Bruder. Ich entband ambulant, schaute abends genau wie am Tag zuvor mit dem Großen den Sandmann und las ihm seine gute Nacht Geschichte vor. Es folgten wunderschöne, kuschelige Tage und ich hatte nie das Gefühl das irgendein Band zwischen dem Großen und mir durchtrennt wurde.

Leider weinte der Kleine in der ersten Zeit viel, war ein „High-need“-Baby und forderte massiv viel Aufmerksamkeit. Als der Mann wieder arbeiten war, griff bei mir natürlich prompt das schlechte Gewissen. Oft war ich ab 17 Uhr am Cluterstillen und abends reichte es meist nur zu Brot anstatt selbstgekochtem frischen Essen. Oft durfte der Große mehr TV schauen als sonst, denn ich war durch das Baby an die Couch gefesselt und wollte manchmal auch einfach nur in Ruhe stillen. An diese Zeit erinnere ich mich heute immer noch mit etwas Grauen zurück. Ich hatte das Gefühl es würde nie besser werden. Für den Großen schien die Zeit hinten und vorne zu fehlen – das Baby hatte unberechenbare Stillabstände, lies sich nicht ablegen und brüllte sobald ich es doch tat. Ich war einfach nur fertig und ich fragte mich, wie wütend der Große wohl auf mich war, weil er an diesem Tag wieder tausend mal hören musste „Moment, ich muss erstmal das Baby stillen / beruhigen / wickeln / ins Tuch stecken“. Doch er ließ sich nichts anmerken, war immer ein Goldschatz, hatte Verständnis und nörgelte so gut wie nie über irgendetwas. Einzig und allein in die Kita wollte er nicht mehr. Seine Worte waren morgens oft „Mama, ich will lieba zu heim bleiben und dir mit dem Baby helfe. Ich bin doch der Mann im Haus, wenn der Baba arbeite is“. Beim ersten Mal musste ich weinen. Mein großes, empathisches Kind. Er machte sich mehr Sorgen um mich, als um irgendetwas anderes. Aber natürlich wurde diese Zeit irgendwann besser und es spielte sich mehr und mehr zwischen uns ein. Der Kleine schlief wenn ich den Großen aus der Kita holte recht zuverlässig im Tuch und wir konnten gemeinsam spazieren gehen oder auf den Spielplatz. Diese kleinen Exklusivzeiten taten uns ungemein gut.

Mittlerweile ist diese chaotische Anfangsphase natürlich über ein Jahr her und ich kann sehr reflektiert über diese ganze Sache schreiben. Ich habe mich damit abgefunden, dass alles anders lief als geplant und der Große wirklich eine Menge weniger Aufmerksamkeit abbekam. Aber er liebt seinen Bruder bist heute. Mittlerweile bin ich auch wieder öfter mit dem Großen allein unterwegs und ich kann euch allen sagen – dieses „du und ich gegen den Rest der Welt“ ist immer noch da. Der Große und ich. Ein Team, wie wir immer waren. Heute haben wir eben meistens ein Teammitglied mehr. Neulich fragte ich ihn übrigens: „Schatz, erinnerst du dich noch wie es ohne den Kleinen war?“ Er: „Ja, langweilig. Da hatte ich nie jemanden zum spielen“ Solche Sätze lassen mein Herz aufgehen und ich weiß: Alles richtig gemacht.

Also an alle Mamas die zweifeln: Traut euch! Geschwister sind toll. Und denkt nicht daran, was ihr euren Kindern vielleicht wegnehmt – Sie bekommen nämlich auch etwas dazu: den besten und tollsten Spielkameraden der Welt. Für ein Leben lang.

Unser Wochenende

In letzter Zeit habe ich die „unser Wochenende“-Posts wirklich vermisst. Aus einem ganz eigennützigen Grund – es ist einfach schön die Dinge später nochmal nachlesen zu können.

Hier ist es also wieder: Unser Wochenende

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Gesehen: „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1“, die dritte Staffel von New Girl und die Firebirds Burlesque Show.

Gehört: Die Firebirds – life

Gelesen: „Mama muss die Welt retten!“ und Kinderbücher

Getan:  Freitag waren wir Vormittag im Schwimmbad gemeinsam schwimmen. Der Große wünschte sich das schon sooo lange und auch Mama, Papa und der Kleine kommen da voll auf ihre Kosten. Am Nachmittag war Mama-Großes Kind-Exklusivzeit. Wir besuchten zusammen den Musikgarten und gingen anschließend noch in die Bibliothek, wo wir einen riiieessenn Berg Bücher ausliehen.

Samstag war ich vormittags bei einer Mama zur Trageberatung und der Mann hatte Kinderdienst. Nachmittags besuchten wir die Urgroßeltern der Kinder auf Kaffee und Kuchen.

Sonntagvormittag waren wir bei Freunden zum Frühstück eingeladen. Die Kinder spielten ganz zauberhaft miteinander und ich habe nicht ein Foto gemacht. Schade eigentlich. Auf jeden Fall war das super entspannt – davon abgesehen das der Mann vergaß das Licht am Auto auszumachen und wir anschließend erstmal Starthilfe benötigten. (meine Nerven!!!). Abends hatten der Mann und ich langersehnten Ausgang. Seit Dezember 2013 waren wir abends nicht mehr gemeinsam weg. Wir hatten zwar ab und an Paarzeit, aber das war ab und an mal ein gemeinsames Frühstück oder ein Kaffee-Date und in letzter Zeit meistens terminliche Dinge. Zum Geburtstag des Mannes Anfang März schenkte ich ihm dann Karten für die Firebirds Burleque Show und freute mich unheimlich auf den Abend. Meine Schwester erklärte sich bereit aufzupassen. Ich hatte ja ehrlich gesagt ein bisschen Bammel, ob das so klappt. Aber als wir wieder heimkamen schliefen beide Jungs seelig.

Gegessen: jede Menge Salat und Nudeln.

Getrunken: Wasser und Tee

Gedacht: Wie schnell die Elternzeit des Mannes doch um war und wie unheimlich viel wir in dieser Zeit geschafft haben.

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Gefreut: Über Exklusivzeit mit dem Großen, über einen Abend mit dem Mann, über Frühstück bei Freunden. Zeit mit meinen Großeltern. Über so vieles.

Geärgert: Das ich mich irgendwie erkältet habe. Zumindest versagt mir meine Stimme den Dienst und die Nase ist zu.

Gewünscht: Das am Donnerstag die Sonne scheint.

Gekauft: Lebensmittel

Gestaunt: Der Kleine kann Laufen. Und wenn er beschäftigt ist sogar weiter als nur seine obligatorischen 1-2 Schrittchen. ❤

Mein imaginärer Freund

Gestatten: Effi. Effi ist der beste Freund meines großen Sohnes. Er ist mal 4 Jahre,  3 Jahre, mal schon 15 Jahre oder „gewachsnet“ (Erwachsen). Er kann Auto fahren, Essen kochen, Sachen reparieren und natürlich fliegen. Er ist immer da, wenn man ihn braucht und geht selbstverständlich auch arbeiten. Als Verkäufer, als Pfleger im Krankenhaus, als Taxifahrer, Notarzt, Feuerwehrmann oder auch als Müllmann. Seine Haare sind rot – nein braun – okay, neuerdings grün. Mal ist er nur knapp einen Meter wie der Zwerg, mal so groß wie ein Riese.

Ich hatte immer Angst vor dieser imaginären Freunde Zeit. Mich gruselte der Gedanke, dass mein Kind einen Freund sieht, der für mich überhaupt gar nicht greifbar ist. Ich hatte wirklich Befürchtungen, damit nicht umgehen zu können – obwohl ich sonst so locker bin. Und dann kam Effi. Ich muss sagen, mittlerweile hab ich den unsichtbaren Weggefährten des großen Jungen schon ins Herz geschlossen. Effi ist äußerst sozial. Er war als Pfleger im Krankenhaus, als meine Tante schwer krank war und  bei unserem Hund in der Hundepension, als wir nicht da waren. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gezielt der Große seine imaginären Freunde einsetzt. Effi ist hier nämlich nicht der Einzige. Es gibt noch Fobber, Ammer, Offer und noch so einige andere. Aber Effi ist der präsenteste von allen.

Was mir am Anfang noch ein wenig Angst machte, sehe ich mittlerweile als Riesen Zugewinn für den Zwerg. Er liebt seine imaginären Freunde und man merkt ihm deutlich an, wie sehr er damit Situationen verarbeitet und Gedankenspiele durchspielt. Zum Beispiel hatte der Effi mit dem Mini gemeinsam Geburtstag. Weil Effi aber schon erwachsen ist, musste er sich selbst den Kuchen backen. Effis Mama wohnt nämlich leider woanders.

Laut Forschung haben Kinder im Alter von 3-7 Jahren so einen „imaginären Weggefährten“. Er hilft ihnen ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und begleitet sie in ihrem Alltagsgeschehen. Psychologen haben erkannt, dass der Realitätssinn von Kindern mit imaginären Gefährten in den meisten Fällen nicht geschmälert ist. So ist das auch hier, der Zwerg hat noch nie verlangt, dass ich für Effi den Tisch mitdecke oder ähnliches. (obwohl auch das noch ganz normal ist) Erstaunt hat mich, dass tatsächlich etwa 2/3 der Kinder irgendwann einen imaginären Freund haben. Diese entstehen übrigens meist dort, wo Kinder viel Zeit für freies Spiel und zum entdecken haben.

Was vielen von uns Erwachsenen manchmal Sorge bereitet à la „Ist das noch normal?“, ist für unsere Kinder sogar ein Zugewinn. Kinder mit imaginären Freunden haben bessere Kommunikationsfähigkeiten und können verschiedenste Fantasien ausleben. Nicht zuletzt ist so ein imaginärer Freund auch ein Spielgefährte, Beschützer, Tröster und Verbündeter. Ja manchmal sogar auch ein Sündenbock. Hier war letzteres genau einmal der Fall, nämlich als Effi dem Mini einen Topf an den Kopf warf. Ansonsten hat der Große mehr einen Beschützer und Verbündeten. Effi ist einfach für ihn da, beschützt ihn und erlebt parallel ziemlich genau das gleiche wie er, nur eben aus anderen Blickwinkeln oder gar aus der Erwachsenenperspektive.

Wenn ihr diese Phase noch vor euch habt, kann ich euch nur sagen: Keine Angst. So skurril es manchmal klingt, eigentlich ist es auch ganz lustig. Und nicht zuletzt glauben viele von uns an Gott – den können wir auch nicht sehen. Im Grund genommen ist Gott der imaginäre Weggefährte von vielen von uns und das ist ja auch nicht gruselig.

Und an alle von euch deren Kinder keine imaginären Freunde haben – vielleicht reden sie einfach nicht drüber, oder sie haben wirklich keine. Das ist kein Nachteil und auch nicht negativ. – Ich möchte nur Eltern mit imaginären Freunden in der Familie sagen, dass ihre Kinder weder unter Realtitätsverlust noch zu viel Fantasie leiden und es alles normal und wie so vieles – nur eine Phase – ist.

Geburtstagsmini

Mein Mini,

letzten Freitag war es soweit und du bist schon ein unglaubliches Jahr geworden. Ein ganzes Jahr. Verrückt. Ich wundere mich immer noch, wo das letzte Jahr geblieben ist.

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Auch wenn die Zeit im Moment sehr turbulent ist, denke ich du hattest einen wundervollen Tag. Dein Lachen zu sehen und zu spüren, dass du glücklich bist, stimmt mich einfach unglaublich froh ❤ Du bist so perfekt mein kleiner Mann!

Dein erstes Jahr hatte so viele Höhen und Tiefen für uns bereit. Die ersten drei Monate hast du so viel geschrien und ich konnte dir einfach nicht helfen. Ich war selbst richtig traurig. Ich hatte mir die Babyzeit mit dir so wundervoll vorgestellt und dann waren da irgendwie so viele Tränen und Verzweiflung. Aber wir sind beide zusammen an dieser Situation gewachsen. Ich habe gelernt, dass es meistens nichts mit mir persönlich zu tun hat, wenn du weinst. Ich habe dich einfach ganz viel gestillt und getragen. Das macht dich auch bis heute noch super glücklich und ist mein Patentrezept, wenn du wieder einmal unausgeglichen bist.

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Mein Mini Kind, du bist einfach großartig. Du lachst im Moment unwahrscheinlich viel und machst uns alle so glücklich mit deiner Art. Zwei Tage vor deinem Geburtstag bist zu zum Beispiel einfach los gelaufen. Deine ersten Schritte allein! Ich kann es immer noch gar nicht glauben. Seitdem lässt du es aber ruhig angehen und läufst du noch Distanzen von 1-2 Schritten. Ich glaube du warst selber ein wenig von deinem neuen Können überrascht 😉

Du redest im Moment noch nicht sonderlich viel, aber durch Zeichen und Laute verstehen dich dein Papa, der Zwerg und ich mittlerweile trotzdem ziemlich zuverlässig. Einzig und allein dein Kuschelschwein wird immer überglücklich angegrunzt und abgeknutscht.

Ich stille dich nach wie vor – abends, nachts und auch noch tagsüber. Du brauchst deine Milch einfach zu runterkommen und entspannen. Unterwegs vermisst du sie selten, daheim kann es aber durchaus sein, dass du häufiger eben mal kurz gestillt werden willst. Ich glaube, wir genießen diese kleine Auszeit einfach beide noch zu sehr um das zu ändern.

Deinen Kinderwagen hast du bis jetzt auch nur selten gesehen. Zu 90% wirst du von deinem Papa oder mir durch die Welt getragen. Da wir aber mittlerweile eine breite Auswahl an Tragehilfen und Tüchern haben, bietet das auch für uns die nötige Abwechslung. Deinen Buggy magst du, wenn die Omas dich schieben, aber von mir und dem Papa willst du lieber getragen werden. Einzig und allein ein Dreirad, das wir bei einem Besuch in einem Spielzeugladen testeten, fand deine Begeisterung. Also durfte zu deinem Geburtstag ein eben solches bei uns einziehen. Und was soll ich sagen – bis jetzt liebst du das Teil. Du sitzt stolz wie Oskar darauf und lässt dich durch die Gegend schieben.

Ach mein Mini, du bist so unglaublich groß geworden. Es kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass ich dich das erste mal in den Armen gehalten habe.

Ich liebe dich, für immer!

Deine Mama

Indoorspielplatzhölle.

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Obwohl, so ganz stimmt dieser Titel diesmal nicht. Dank Montag-Nachmittag war es doch relativ ruhig dieses mal und es waren kaum Rüpel unterwegs.

Wir sind ja ab und an mal in Indoorspielplätzen, einfach weil es für die Kinder großartig ist. Mir persönlich ist es da meistens zu voll, zu laut, zu stickig und von manchen Schweißhand-Abdrücken auf diesen Turnmatten in den Klettertürmen ganz zu schweigen. Aber was tut man nicht alles für die lieben Kleinen.

Da die Ferien hier in Sachsen am Wochenende zu Ende gingen, schätzen wir unsere Chancen für einen ruhigen Nachmittag recht hoch ein. Und wir wurden belohnt.

An solchen Tagen fallen mir immer die Unterschiede zwischen dem Zwerg und dem Mini auf. Während der Zwerg immer abwartete und in etwa eine Stunde brauchte bis er in Fahrt kam, krabbelte der Mini – kaum abgesetzt – sofort drauf los. Hindernisse kennt der Kleine keine. Der Zwerg hingegen war immer super vorsichtig, von Kamikaze WAR keine Spur. Ich halte mich hier bewusst an die Vergangenheit, denn irgendwas ist da im letzten halben Jahr mit meinem Zwergenkind passiert.

Ich schaute gestern immer öfter den Mann an und fragte mich, wo denn mein übervorsichtiges, ängstliches Kleinkind geblieben war. Stattdessen habe ich jetzt hier einen übermütigen 3 Jährigen, dem es nicht schell und wild genug sein kann. Noch vor einem halben Jahr waren ihm sämtliche Hüpfburgen ein Graus, er wollte nicht darauf und wenn doch mal, dann innerhalb von einer Minute wieder runter. Gestern konnte er vom Hüpfen gar nicht genug bekommen und kicherte immer wieder, wie cool das doch sei.

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Anderes Beispiel waren die Rutschen. Wir waren gemeinsam in so einem Spielkletter-Rutsch-Dings (ihr wisst schon was ich meine) und es gab zwei Wege nach oben. Ich wollte gerne den leichteren nehmen (einen bei dem ich nicht durch gefühlt tausend schmale Öffnungen klettern musste) und wir verabredeten, dass wir uns oben an der Rutsche treffen würden. Mein Weg war wie gesagt etwas schneller und so war ich Erste und wartete. Und wartete. Und wartete. Das kuriose war, dass ich sah, dass er oben angekommen war und dann war er weg. Nun war dieses Teil nicht soo groß, als das er sich verirren konnte, also rief ich ihn irgendwann. Einmal, zweimal, beim dritten mal kam eine Antwort: „Ich komme Mama“ und ich sah ihn von unten hochgeklettert kommen. Auf meine Frage wo er denn war, antwortete er, er wäre die andere Rutsche gerutscht. „Welche andere Rutsche?!“ – „Na die dunkle, die war richtig cool“. Ehrlich gesagt, dachte ich erst er veräppelte mich ein wenig. Wie gesagt, noch vor einem halben Jahr… Wir sind aber nicht mehr vor einem halben Jahr und ich stand mehrmals noch in diesem Kletterdings und schluckte kurz die Tränen vor Senitmentalität. Mein kleiner Zwerg ist ein richtig großer Wildfang geworden. Unglaublich.

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Auch der Mini ist schon so schrecklich groß geworden. Nichtmal mehr einen Monat bis zu seinem ersten Geburtstag. Jetzt hockt der schon im Bällebad, krabbelt überall hin und macht mehr als deutlich, dass er nochmal mit dem Mann durch den Kletterparcours will, um zu rutschen. Ihr dürft euch das vorstellen, dass der Mann in dabei bis zur Rutsche komplett auf dem Arm trägt und von einem Fingerzeig, verbunden mit einem „da.ja. mmmmm….daaaaa…jaaaaa…dadadada“ navigiert wird. *kicher**

Ich bin im Moment so unglaublich stolz auf diese Jungs. Sie machen mich und den Mann einfach komplett. ❤