Kann mal wer die Zeit anhalten?!

Die Jungs werden groß. Ganz unfassbar groß. Kennt ihr dieses wehmütige Gefühl, wenn ihr eigentlich mal eben die Zeit anhalten wollt?!

So geht es mir in letzter Zeit ständig. Ein kleiner Rabauke, der irgendwie schon gar kein Baby mehr, sondern schon bald 1,5 Jahre alt ist und mein großer, 4 jähriger Rabauke, der gefühlt die ganze Welt erobern will.

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Der Kleine versteht immer mehr und versucht immer mehr nachzuplappern. Er wird nur noch selten gestillt und rennt wie ein Weltmeister durch die Gegend. Er lebt ganz nach dem Motto „Höher – schneller – weiter“. Kein Klettergerüst scheint ihm hoch genug, keine Rutsche zu schnell und Wasser ist sowieso sein Element. Wo sein großer Bruder in manchen Dingen vernünftiger Weise abwägt ob er das eine oder andere tut – dort rennt der kleine Rabauke schon los. Wir haben die ersten aufgeschlagenen Knie hinter uns und die ersten kleineren Cuts am Auge und Hinterkopf. Glücklicherweise nie sonderlich groß und schnell verheilt. Außerdem steht er gerne im Mittelpunkt: tanzen, lachen, Quatsch machen. Das ist sein Element. Ich bin unfassbar stolz und voller Bewunderung für dieses kleine Wesen mit seinem eigenem Kopf, Wünschen und Gedanken. So oft frage ich mich, wie eigentlich aus dem winzigem, hilflosem Würmchen vom letztem Jahr innerhalb so kurzer Zeit so ein riesengroßer Frechdachs geworden ist.

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Auch der Große wird immer größer. Ich bin unheimlich erstaunt, was er an körperlicher und geistiger Größe dazugewonnen hat in der letzten Zeit. Er versucht immer mehr Dinge zu verstehen und deren Sinn zu begreifen. Wie neulich die Frage nach dem Glück. Ansonsten quasselt er wie ein Wasserfall über alles. Da werden sämtliche Dinge kommentiert, Geschichten erzählt und von Erlebnissen in der Vergangenheit berichtet. Und dann sind da noch die Situationen in denen das Kind über sich hinaus wächst. So geschehen heute im Klettergarten. Da klettert der große Rabauke mal eben 2 komplette Kinder-Parcours mit Papa durch. Einen ab 5 und einen ab 6 Jahren. Ich war baff, sage ich euch. ich schaute von unten zu (den Mini auf dem Rücken) und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich war unwahrscheinlich stolz auf meinen Sohn, dem nach den ersten Zweifeln, „ich schaff das nicht“-Rufen und meinem Angebot ihn jederzeit und sofort wieder herunter zu helfen, scheinbar der Ehrgeiz packte. Nach dem erstem Parcours vermutete ich ihn auch vollkommen platt, aber er sagte nur: „Und welchen klettern wir jetzt?!“ Selbstbewusstseins-Schub Deluxe sag ich euch. Genau sowas tut ihm gut. Er kann sich auspowern und merken wozu er in der Lage ist. Neben den ganzen neuen Dingen die er im Moment lernt, kommt nämlich immer öfter ein: „Ich kann das nicht!“ und genau das soll er lernen. Er kann alles! Er muss es nur wollen.

Es ist genau dieser Satz, den ich gern beiden Jungs mit auf den Weg geben möchte. Sie können alles im Leben erreichen, wenn sie nur wollen. Die ganze Welt steht ihnen offen und der Mann und ich – wir glauben ganz fest daran, dass sie die auch eines Tages erobern werden. Mit unseren Wurzeln, ihren Flügeln und unendlich viel Liebe.

((Und manchmal einem weinenden Mama-Auge, weil das doch alles viel zu schnell geht.))

Was ist eigentlich Glück?!

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Heute Abend saß ich beim großen Rabauken im Bett und las ihm „Weißt du, was Glück ist?“ vor. Hier geht es um zwei Mäuse die sich gemeinsam fragen, wie für sie das Glück aussieht.

Danach fragte ich ihn, was denn Glück für ihn ist. Er meinte, das wisse er eigentlich gar nicht. Ich erzählte ihm, dass er und der kleine Rabauke zum Beispiel mein allergrößtes Glück sind. Und der Papa. Für den großen Rabauken war Glück sein Nachtlicht, dass abends brennt wenn er einschläft. Und: mit mir gemeinsam Verstecken spielen. So ging das eine ganze Weile hin und her und anschließend in „Was würdest du lieber..?!“ über. Irgendwann entschloss ich mich, dass es aber längt Schlafenszeit ist und sagte ihm Gute Nacht.

Er: „Gute Nacht, Mama. Weißt du was?! Es ist schön abends noch mit dir zu albern.“

Ich: „Ich finde es auch schön mit dir zu albern und nun Schlaf schön.“

und nach einer kurzen Pause: „Weißt du, mein Großer – mit dir zu albern. Das ist auch Glück, meinst du nicht?!“

Er (mir einen Luftkuss zuwerfend) „Ja. Und jetzt bin ich voll von Glück.“

Mein großer Rabauke. Ich bin Herzverliebt. Für immer und ewig.

Im Test: remember me

Bereits im Februar kam die liebe Sarah von remember me auf mich zu und fragte mich, ob ich Lust auf einen Test habe.*

Da ich eh noch kein Erinnerungsalbum für den kleinen Rabauken besaß, stimmt ich natürlich zu. Ich kann schon mal vorweg nehmen, dass ich definitiv auch noch eins für den Großen bestellen werde, denn noch nie habe ich so ein tolles Erinnerungsalbum gesehen.

Remember me ist einfach anders als andere Erinnerungsalbe – denn es endet nicht wie so viele irgendwann, sondern wächst mit.

Daher kommt das Album in einem schicken Ordner – bei mir war es noch ein Leitz Ordner, jetzt mittlerweile hat das Remember me eigene Ordner. Genauer könnt ihr euch das in einem Video HIER anschauen.

IMG_0199Ich durfte mir das Design aussuchen und wählte einen Grünton. Ich war sehr gespannt was mich erwartet und freute mich umso mehr, das das Remember me nicht so verkitscht daher kommt, sondern der geradlinig und trotzdem verspielt. Schwer zu beschreiben, aber das Design hat mich sofort angesprochen. (Hallo…Sterne?! <3)

Beim Aufschlagen fiel mir als erstes ein ganz lieber Brief von Sarah in die Hände und ich freute mich umso mehr Teil dieses Tests sein zu dürfen.

Das Remember me ist in unterschiedliche Kategorien unterteilt, besitzt aber gleichzeitig auch genug Spielraum um selbst kreativ zu werden.

So kann man zum Beispiel Tagebuch führen. Ich nutze diese Seiten um wichtige Ereignisse wie zum Beispiel die ersten Schrittchen und den ersten Kita Tag festzuhalten.

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Und was ich persönlich mit am schönsten finde, sind die Wortakrobatik Seiten. Hier habe ich zur Zeit den aktuellen Wortschatz des Kleinen festgehalten, aber es ist noch genug Platz um spätere Wortverdrehungen und -schöpfungen festzuhalten. (der Große sagt aktuell zum beispiel „muuuuhtella“, weil da Milch von der Kuh drin ist :-D)

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Neben dem Tagebuch und Wortakrobatik Seiten ist auch noch Platz für Erinnerungen. Hier schreibe ich kleine Anekdoten nieder. Zum Beispiel wie der Kleine neulich ein Shirt vom Großen im Klo versenkte und eben dieses komplett zum verstopfen brachte.

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Wie schon oben erwähnt, wächst das Remember me mit und bietet sooo viel Platz, dass es mir auch in knapp 3 Monaten Testzeit nicht möglich war alle Seiten auszufüllen. So haben wir zum Beispiel noch Platz für Geschichten vom leben und lernen und für Bilder.

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Für Bilder ist selbstverständlich auch jede Menge Platz. Wie in einem Fotoalbum ist gibt es Einschieb-Laschen und genug Platz für Bilder.

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Damit ihr wisst, wie das ganze aussieht, zeige ich euch eine unausgefüllte Fotoseite, da die meisten Bilder im Album frontal sind.😉 – Aber: und das zeige ich euch gern – durch die Größe ist auch genug Platz für kleine Basteleien. Hier seht ihr die Mutter- bzw. Vatertagskarten-Bastelarbeiten von diesem Jahr.

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Das allerbeste ist jedoch, dass man Sachen dazu heften kann. So kann ich zum Beispiel gemalte Bilder, Urkunden und andere Dinge einfach dazu heften. Bei mir gab es früher einen Ordner mit Bildern und ein normales Babytagebuch. Hier ist alles miteinander verbunden und reicht für ein Leben bzw eine Kindheit lang.

Ihr seht, ich bin wirklich richtig, richtig angetan. Ich habe tatsächlich in der letzten Zeit immer öfter Eintragungen vorgenommen und bin sonst nicht so der Babyalben-Typ. Da war mir immer alles zu vorgefertigt und vorgegeben. Hier kann ich einfach ganz flexibel Dinge nachtragen und ich habe das Gefühl, das lohnt sich auch noch für den Großen mit 4 Jahren. Dessen vorgefertigtes Babyalbum ist nämlich zu Ende und ich habe derzeit hier tausend Zettel mit Zeichnungen, Urkunden und witzigen Aussagen umherfliegen. Da ist so ein Remember me doch ein perfekter Ort zur Aufbewahrung, findet ihr nicht?

* dieses Produkt wurde mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

Glücksmomente 24/15

Montags ist immer die Zeit in der ich gerne auf die letzte Woche blicke, um bei den Glücksmomenten von Pia mitzumachen.

Letzte Woche hatte ich beide Rabaukenbrüder daheim. Der Große wachte Montagmorgen mit einem eitrigen Auge auf, der Kleine hatte bereits seit Samstag morgen Durchfall – also ab zum Arzt. Beiden ging es schnell besser und Glücksmomente gab es dann doch jede Menge.

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Nach unserem Kinderarzt Besuch, fuhr ich mit beiden Rabauken spontan aufs Erdbeerfeld. Wir wollten Erdbeeren für unser Mittagessen pflücken – Eierkuchen. Beide Jungs waren so begeistert und der Große Rabauke erzählte mir immer wieder, dass er so viel Spaß hatte❤

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Das absolute Highlight in dieser Woche: Der vom Mann gebaute Sandkasten. Dank des grandiosen Wetter war der quasi in Dauerbespielung!

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Natürlich durfte bei den Temperaturen unser Planschbecken nicht fehlen. Das baute ich spontan am Freitag morgen auf – zur Freude der Rabauken. Der Große war schon längst wieder fit (der Kleine natürlich auch) – blieb aber den Rest der Woche noch daheim. Die beiden so miteinander kichern und toben zu sehen – da ging mein Herz auf.

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Am Samstag ging es zum Fest unseres liebsten Spielzeugladens. Dort gab es Gratis-Eis, ein Theater und einen riesige Haba-Murmelbahn und Brio-Zug-Tisch. Nachdem der Mann morgens noch arbeiten war, war diese Familienzeit ein riesiger Glücksmoment letzte Woche.

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Sonntag morgen waren wir schon früh unterwegs – in die sächsische Landeshauptstadt zum Trageberater Stammtisch des Tragenetzwerks. Die Jungs verbrachten den Tag gemeinsam mit dem Mann im Zoo und ich genoss den Austausch und die vielen Anregungen mit meinen Kolleginnen.

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Da beide Jungs auf der Heimfahrt am Nachmittag einschliefen,  verbrachten wir den späten Nachmittag daheim und auf einem Spielplatz in der nähe, ganz entspannt an der frischen Luft.

Ab heute dann wieder der normale Alltag – der Große ist zurück in der Kita und ich genieße die letzten Wochen, die der kleine Rabauke noch hier daheim ist.

Der kleine Rabauke und der Busen.

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Der kleine Rabauke befindet sich im Fummelalter. Kennt ihr das?!

Mein Kleinkind fasst mir neuerdings immer und überall ungeniert in den Ausschnitt. Gerne verbunden mit einem ruckartigen Ziehen an meinem T-Shirt und der Entblösung meines BH`s in der Öffentlichkeit. Während ich peinlich berührt versuche diese Attacke abzuwehren, reagiert der kleiner Rabauke entweder mit Wutgebrüll, oder versucht umso heftiger mir an den Busen zu grabschen. Oftmals versuche ich es meinem Gegenüber mit einem grinsenden: „Typisch, Mann. Warte mal ab, bis der ne Freundin hat!“ zu erklären und die Situation ein klein wenig mit Humor zu nehmen.

Wie es der Zufall so will, fragte neulich eine meiner Freundinnen mit einem Sohn im gleichem Alter wie meinem Kleinen, was man denn eigentlich gegen dieses Busen-Fummeln machen kann. Wir kamen wir zu dem Schluss das das wohl nahezu jedes Kleinkind macht. Und das stimmt. Auch mein Großer war ein Busen-Fummler in dem Alter. (Und mein Mann ist es noch heute *kicher*) Teilweise sogar so sehr, dass der Milchspendereflex ausgelöst wird und Mutti erstmal – wie wundervoll – nasse Flecken auf dem Shirt hat.

Daniela (ihr kennt sie ja schon vom letzten Artikel) musste also her und uns die Frage beantworten: „Warum fummeln Kleinkinder so gern am Busen ihrer Mama?“

Die Antwort darauf ist eigentlich ganz einfach: Der Sinn und Zweck dieser Fummelei ist es tatsächlich den Milchspendereflex auszulösen. Parallel dazu werden die Stillhorme angeregt. Kleinkinder haben durch ihre Ernährung einen ganz anderen Stillrhythmus als Babys, sie trinken nämlich kürzer und weniger. Um die Milchproduktion trotzdem aufrecht zu erhalten, bedienen sie sich einfach dieser Fummelei.

Wir kamen zu dem Schluss, dass es kaum ein Kleinkind gibt, das das nicht macht. Selbst der große Rabauke, der da schon abgestillt hat, hatte eine zeitlang nahezu dauerhaft seine Hand in meinem Ausschnitt. – Es ist – wie eigentlich alles – nur eine Phase. Mittlerweile macht der Große es schon lange Zeit nicht mehr und ich bin mir sicher, auch der Kleine wird es bald überwunden haben. (und ich keine nassen Flecken im Shirt mehr)

Kennt ihr das auch von euren Kindern?!

Wozu braucht man eine Stillberatung? – Interview mit Daniela von LaFehDa

Neulich unterhielt ich mich mit einer Freundin darüber, dass viel zu wenig Mütter nicht ausreichend übers Stillen informiert sind und leider nicht alle Hebammen ausreichend Kompetenz besitzen adäquate Problemhilfe zu geben. Ich persönlich habe das Glück eine ganz großartige Hebamme gehabt zu haben. (Falls jemand aus der Region Zwickau mal eine sucht – hier entlang)

Zusätzlich zu meiner tollen Hebamme, bin ich unglaublich glücklich eine IBCLC Stillberaterin in meinem Kollegen- und Freundeskreis zu haben. Daniela berät mit LaFehDa in und um Dresden und war so lieb mir für ein paar Fragen Rede und Antwort zu stehen.

Liebe Daniela, du bist seit 2012 selbständige Stillberaterin – was unterscheidet dich denn von den ehrenamtlichen Stillberaterinnen der LLL oder AfS?

Als junge Mama einer zwei jährigen Tochter, als Krankenschwester mit jahrelanger Erfahrung im Wochenbett sowie als Trage- und Stillberaterin IBCLC verfüge ich nicht nur über einen weiten Horizont von fachlichem Wissen, sondern auch über eigene Stillerfahrungen mit Höhen und Tiefen. Die eigenen Stillerfahrungen erleichtern mir oftmals im Beratungsalltag, junge Mütter und Eltern mit ihrem Baby individuell, einfühlsam und verständnisvoll zu beraten und zu unterstützen.

Als IBCLC ist es das oberste Ziel das Stillen zu fördern und stillende Frauen auch in schwierigen Situationen wirksam zu unterstützen. Der Fokus liegt darin das Wohlbefinden und die individuelle Situation der (Still-) Beziehung zwischen Mutter und Kind zu fördern und zu unterstützen.

Viele Frauen äußern den Wunsch, ihrem Baby die bestmögliche Nahrung – ihre Muttermilch – geben zu wollen sowie ihr Baby zu stillen, auch in schwierigen Situationen. Die Erwartungen an das Gesundheitspersonal sind groß. Um diesen Erwartungen gerecht zu werden, ist eine umfassende Aus- und Weiterbildung in der Still- und Laktationsberatung sowie dem Stillmanagement nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen erforderlich. Gesundheitspersonal, welches in diesem Bereich tätig ist, kommt nicht um Fort- und Weiterbildungen herum, um die junge Familie fundiert und einfühlsam in dieser sensiblen Phase nach der Geburt optimal unterstützen zu können.

Um in dem Dschungel der verschiedenen Angebote der Stillberatung den Überblick zu behalten oder zu bekommen, habe ich für Euch eine kleine Übersicht zu den verschiedenen Angeboten der Stillberatung zusammen gestellt: 

IBCLC steht für International Board Certified Lactation Consultant, das ist der international geschützte Titel für examinierte Still- und Laktationsberaterinnen. Gesundheitspersonal (Hebammen, Krankenschwestern, Ärzte, u. a.) mit der Zusatzausbildung IBCLC verfügen über praktisches und theoretisches Fachwissen auf dem neusten Stand der Wissenschaften. Auch in Sonderfällen sowie speziellen Situationen (z.B. Adoption, Mehrlinge, Krankheit, u. ä.) wissen sie Rat und können helfen.

Stillberater /-innen IBCLC arbeiten unabhängig, transparent und von keinerlei Interessen beeinflusst. Diese berufliche Zusatzqualifikation kann in einem 1 jährigen Ausbildungsprogramm als berufsbegleitende Weiterbildung erreicht werden und endet mit einem internationalen Schlussexamen. Um diesen Titel behalten zu können, wird alle 5 Jahre eine bestimmte Anzahl von Fort- und Weiterbildungen nachgewiesen und obligatorisch alle 10 Jahre das Examen absolviert (Rezertifizierung).  

IBCLC`s unterliegen einem strengen Internationalen Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten sowie die sich darauf beziehenden WHA-Folgeresolutionen und sind Mitglied im Verein zur Förderung der WHO/ UNICEF-Initiative Babyfreundliches Krankenhaus.

Mehr Infos zu IBCLC Beraterinnen findet ihr hier, hier und hier.

 

StillbegleiterIn (DAIS)

Die Ausbildung zur / zum StillbegleiterIn (DAIS) richtet sich sowohl an Fachpersonal als auch an alle anderen, in deren Berufen das Stillen ein Thema ist. Ein Vorwissen ist nicht notwendig, aber von Vorteil. Das 1×1 des Stillens wird an drei Wochenenden erlernt. Die Ausbildung befähigt, Mütter auf ihrem Weg durch ihre individuelle Stillzeit zu begleiten, zu unterstützen und zu beraten. Die Ausbildung besteht aus je drei Absenz- und Präsenzphasen. Die Präsenzphasen finden an drei Wochenenden statt. Zwischen den einzelnen Ausbildungswochenenden (Präsenzphasen) sind jeweils mehrere Wochen Abstand eingeplant (Absenzphasen). Die einzelnen Kurse schließen mit einer Prüfung und mit Ender der Ausbildung mit einem Zertifikat ab. Dieses Zertifikat ist zunächst zwei Jahre gültig und verlängert sich entsprechend besuchter qualifizierter Weiterbildungen.

Mehr Infos gibt es hier.

Die AFS ist ein ehrenamtlich arbeitender, gemeinnütziger Verein zur Förderung des Stillens. Die Philosophie der AFS ist die Selbsthilfe mit ehrenamtlicher Mutter-zu-Mutter-Beratung bei offenen Stilltreffen, telefonischer Beratung vor Ort sowie über eine bundesweite Hotline. Die AFS-Stillberaterinnen sind Mütter (ohne medizinische Berufsausbildung) mit eigenen Stillerfahrungen und einer qualifizierten Aus- und Weiterbildung eigens für eigene Mitglieder entwickelt.

Mehr Infos gibt es hier. 

La Leche Liga ist eine ehrenamtliche, gemeinnützige, internationale und jedem zugängliche Organisation, die politisch und konfessionell unabhängig arbeitet. In Deutschland ist LLL als gemeinnütziger Verein in regionalen Stillgruppen organisiert. Jede LLL-Beraterin ist aktives Mitglied von LLL Deutschland e.V. und vertritt somit die Ziele und Interessen der international anerkannten Fachorganisation La Leche League International.

Die Philosophie ist es ebenfalls, allen Müttern mit Stillwunsch durch Information und Ermutigung weiterzuhelfen. Frauen erfahren persönliche, emotionale Begleitung im Stillen und Muttersein. LLL-Beraterinnen ergänzen die Betreuung durch den Arzt und anderes Gesundheitspersonal, indem sie individuell von Mutter zu Mutter beraten. Jede LLL – Beraterin weiß aus persönlicher Erfahrung, wie es ist, ein Baby zu stillen und warum Stillen so wichtig ist, auch für ein älteres Kind. Sie kann sich daher besonders gut in die Fragen von stillenden Frauen einfühlen.

Mehr Infos findet ihr hier.

Wie kamst du dazu Stillberaterin werden zu wollen?

Als ausgebildete Krankenschwester habe ich über 10 Jahre in der Schweiz in mehreren Spitälern auf dem Wochenbett gearbeitet. Gerade in der sensiblen Phase nach der Geburt braucht es ein sehr gutes Fachwissen und intuitives Gespür, um die junge Familie fundiert und individuell begleiten und beraten zu können. Schnell kam ich was das Stillen anging an meine fachlichen Grenzen. Bestärkt durch viele Arbeitskollegen und Stillberaterinnen, die Ausbildung als Still- und Laktationsberaterin IBCLC zu absolvieren, tat ich das dann 2012 auch. Das neu erworbene Wissen lies mich in vielen vorher mir schier unüberwindbaren Situationen ruhiger und gelassener werden. Auch für meine persönliche Stillerfahrung mit meiner Tochter habe ich nur profitiert bzw. tue es noch immer. So manche Unsicherheit und Schwierigkeit konnte ich somit schnell und unproblematisch lösen. Aus eigener Erfahrung kann ich jeder werdenden Mutter empfehlen, sich bereits frühzeitig in der Schwangerschaft schon über die Zeit nach der Geburt zur Ernährung ihres Kindes zu informieren und sich professionelle Unterstützung zu suchen. Zusätzlich zur Hebammenbetreuung kann eine Betreuung durch eine Still- und Laktationsberaterin während der gesamten Stillzeit sowie während dem ersten Lebensjahr des Babys sehr sinnvoll und hilfreich sein. Denn Fragen gibt es immer, welche besprochen werden wollen.

Wer kann sich bei Stillproblemen an dich wenden?

Jede Mama, welche Fragen, Anliegen oder Schwierigkeiten hat oder eine individuelle Begleitung während der Still- und Ernährungszeit ihres Babys wünscht, kann sich jederzeit an mich wenden. Während der gesamten Stillzeit können Fragen und Probleme auftreten, wie z. B. Unsicherheiten, ob auch wirklich alles so funktioniert wie es Mutter Natur vor sieht, damit sich das Baby auch optimal entwickelt, Stillen von Mehrlingen, während einer erneuten Schwangerschaft, Schwierigkeiten wie wunde Brustwarzen, Schmerzen beim Stillen, Milchstau oder eine Brustentzündung, zu wenig oder zu viel Milch, Stillschwierigkeiten mit medizinischem Hintergrund bedingt durch Erkrankungen von Mutter und / oder Kind, Einnahme von Medikamenten, Stillen und Verhütung / Erwerbstätigkeit, bevorstehende Operationen, oder einfach eine kompetente Begleitung während der gesamten Stillzeit und darüber hinaus, so lange es die junge Familie wünscht. Auch ich weiß nicht alles. Aber ich bin bestrebt mir innerhalb kürzester Zeit die nötigen Informationen zu besorgen, um kompetent weiter beraten zu können. Eine enge Netzwerkarbeit mit medizinischen Fachpersonen aus anderen Berufsgruppen ist mir sehr wichtig. Denn das ist gerade auch in der Betreuung von Mutter und Kind absolut notwendig.

Meine Aufgabe liegt darin, Mutter und Kind in ihrer Beziehung zu unterstützen und zu stärken, eine kompetente Ansprechperson für all ihre Anliegen und Fragen zu sein.

 

Gehst du zu den Müttern nach Hause oder berätst du auch telefonisch oder per Mail?

Ich berate die jungen Eltern mit ihrem Baby in ihrem gewohnten Umfeld zu Hause, natürlich auch telefonisch sowie per E-Mail. So wie es die jungen Familie wünscht. Die junge Familie kann sich somit ganz auf sich konzentrieren und ich kann sie ganz individuell mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln in ihrem Zuhause unterstützen und beraten. Unnötiger Stress wie Anfahrtswege und Fahrten mit dem Auto oder dem öffentlichen Verkehr, Taschen packen, etc. bleibt ihnen erspart. Denn jeder zusätzliche Stress kann sich zusätzlich auf die Still- und Mutter-Kind-Beziehung auswirken.

Super weit verbreitet ist ja die Angst vor zu wenig Milch – Kann jede Mutter stillen, wenn sie das möchte?

Fast alle Frauen können ihr Kind stillen. Im Schnitt sind 97  bis 98 % aller Frauen weltweit fähig zu stillen. Nur in Ausnahmefällen ist das Stillen nicht oder nur eingeschränkt möglich. Große und kleine Stillhindernisse oder Unsicherheiten können meist schnell gelöst werden. Entscheidend ist natürlich auch, ob eine Mutter ihr Baby stillen möchte. Denn die Psyche hat einen erheblichen Einfluss auf die Milchbildung und den Milchfluss, was allerdings nicht garantiert, dass das Stillen dann auch 100%ig funktioniert. Viele, auch kleine Faktoren spielen da eine Rolle.

Mit welchen Ängsten frischer Mütter wirst du am häufigsten konfrontiert?

Die häufigsten Fragen oder Befürchtungen ja sogar Ängste werden von den jungen Müttern geäußert, ob sie genug Muttermilch bilden können und ob ihr Kind satt wird. Viele junge Mütter sind sich unsicher, ob denn auch alles so funktioniert wie es denn Mutter Natur und die Richtlinien der Kindesentwicklung vorsehen. Unter den Top 10 der Frageliste sind die Trinkmengen und Stillhäufigkeiten, Babyernährung mit Ersatznahrung, Ausscheidung von Urin und Stuhl mit Häufigkeit, Farbe und Konsistenz, Gewichtsverlauf, Schmerzen beim Stillen, wie kleide ich mein Kind richtig an, damit es sich wohl fühlt und Beikost. Das sind so die häufigsten Fragen, da könnte ich sicherlich noch ein paar weitere Punkte aufzählen.

Zum Schluss würde ich gerne noch wissen – Was rätst du Erst-stillenden für ihren Stillstart?

Auch aus persönlicher Erfahrung kann ich jeder werdenden Mutter empfehlen, sich bereits während der (Früh-) Schwangerschaft, sich über die Zeit nach der Geburt zur Ernährung des Babys – dem Stillen und die Babyernährung – z. B. im Geburtsvorbereitungs-, Stillvorbereitungskurs zu informieren und sich bei evtl. bei zu erwartenden Schwierigkeiten professionelle Unterstützung zu suchen.

Denn: „Gut informiert, ist halb gewonnen!“

Aus persönlicher wie aus beruflicher Erfahrung kann man von dem neu erworbene Wissen nur profitieren. So manche Unsicherheiten und Schwierigkeiten erscheinen einem leichter und können somit schnell und unproblematisch gelöst werden. Zusätzlich zur Hebammenbetreuung kann eine Betreuung durch eine Still- und Laktationsberaterin während der gesamten Stillzeit sowie während dem ersten Lebensjahr des Babys sehr sinnvoll und hilfreich sein. Denn Fragen gibt es immer, welche besprochen werden wollen.

„Stillberatung ist so vielfältig und erstreckt sich wie ein Netz in viele andere Fachbereiche über. Stillberatung ist nicht nur Stillberatung, sondern auch Bindungsberatung.“

Ich hoffe euch hat dieser ganz andere Aspekt auf diesem Blog gefallen. Wer sich jetzt angesprochen fühlt, darf Daniela gerne kontaktieren. Ihr findet die Homepage zu LaFehDa hier. 

Liebeserklärung an den kleinen Rabauken

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Mein kleiner Rabauke,

du bist in der letzten Zeit unglaublich groß geworden. Ich hab das Gefühl, man kann dir aktuell richtig beim wachsen und begreifen zusehen.

Du isst mittlerweile immer mit Gabel oder Löffel. Dabei kommen deine Hände und Finger immer seltener zum Einsatz. Oftmals nur, um dein Essen in die Hand zu nehmen und an die Gabel in der anderen zu spießen. Etwas, was auch schon dein großer Bruder immer gemacht hat und mich damit nicht nur einmal zum kichern gebracht hat. Du übst das ganze unermüdlich und ich sitze dir gegenüber und kann mir ein Lächeln nicht verkneifen.

Du warst auch nie ein Fan von Nuckel-Flaschen. Du wolltest schon keine abgepumpte Milch daraus und während den Mahlzeiten haben wir ganz darauf verzichtet. Anfangs stellte ich dir oft einen Trinklern-Strohhalm-Becher hin, aber mittlerweile trinkst du eigentlich immer aus einem normalen Becher. Ich finde es unglaublich süß, wie deine kleine Patschehändchen diesen umschließen und du hinterher ganz stolz in die Welt schaust.

Stolz ist generell etwas, was ich immer öfter in deinem Gesicht beobachten kann. Du erforschst die Welt und wenn dir etwas Neues gelingt, freust du dich am allermeisten selbst über dich. Besonder viel stolz sah ich in deinen Augen, als du vorgestern deinen eigenen Stuhl bekamst. Bisher sahst du immer in einem einfachen IKEA-Stühlchen, dass wir noch von deinem Bruder daheim hatten. Doch in letzter Zeit gab es zunehmend Gestreite um unseren Treppenstuhl. In dein Stühlchen bekam ich dich nur noch unter Protestgebrüll. Also musste ein zweiter Treppenstuhl her. Geworden ist es dieser und als ich ihn dir hinstellte, bist du sofort darauf geklettert und hast von oben in die Welt gegrinst.

Seitdem sitzt du auch am Tisch neben deinen Bruder. Es war sein ausdrücklicher Wunsch neben dir zu sitzen. Hach. Was seit ihr süß an eurer Tischseite. Wie ihr Essen teilt, faxen macht und einfach nur glücklich seid euch zu haben. Generell ist dein großer Bruder deine ganz ganz große Liebe. Du machst ihm prinzipiell alles nach und versuchst mit ihm mitzuhalten. Letzteres sorgt oftmals für Frustration bei dir, weil du eben manchmal noch nicht mithalten kannst. Aber, mein kleiner Rabauke, sei dir sicher, das wird bald auch noch.🙂 (Und zugegeben, glaube ich auch, dass dein Bruder manchmal ganz froh ist manche Dinge noch für sich alleine zu haben)

Leider fremdelst du immer noch ziemlich sehr. Fremde dürfen dich kaum länger ansehen und wenn sie dich ansprechen ist es ganz vorbei. Dann kommst du sofort zu mir, willst auf meinen Arm oder versteckst dich hinter meinen Beinen. Es dauert relativ lang, bis du dann aufgeschlossen genug bist auf neue Bekanntschaften zu zugehen. Ich bin sehr gespannt wie das Anfang Juli mit der Eingewöhnung laufen wird. Bis jetzt rennst du grundsätzlich vor den Erziehern weg, wenn du sie siehst. Da wir ja täglich deinen großen Bruder abholen, kommst du nämlich nicht drum rum sie schon etwa einmal am Tag zu sehen😉 Aber ich hoffe das wird die Zeit richten. Denn wenn du einmal jemanden in dein Herz geschlossen hast, dann bleibt der da ganz tief und fest.

Im Juli endet also unsere gemeinsame Mama-kleiner Rabauke-Zeit und du wirst ein Kita-Kind. Ich weiß, dass du die tollsten und besten Erzieherinnen der Welt haben wirst und das es dir dort super gefallen wird. Es wird nämlich zunehmend schwerer dich daheim zu bespaßen, am liebsten würdest du den ganzen Tag mit mir spielen und vorgelesen bekommen, aber da ist ja auch noch der Haushalt und arbeiten muss ich auch ab und an mal nebenbei. Ich glaube die Kita wird ein Riesenzugewinn für uns beide. Du wirst anfangs von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr gehen. Ich kann in dieser Zeit wunderbar was schaffen und du kannst mit neuen Freunden die Welt entdecken.🙂  Auch wenn es mir irgendwie schwer fällt dich gehen zu lassen.

Aber – so ist das nun mal im Leben. Du wirst immer größer und größer  werden und bei mir mischen sich Freunde mit Wehmut. Einerseits freue ich mich, dass du schon so groß bist und so vieles alleine kannst, andererseits war ich doch gerade erst mit dir schwanger und du frisch geboren. Trotzdem freue ich mich auf das, wohin uns unser gemeinsamer Weg führt. Denn, mein kleiner Rabauke, du bist für mich die perfekte Ergänzung zum großen Rabauken. Du machst mich komplett. Du bist einfach wunderbar, einzigartig und ich liebe dich mit all deinen Eigenarten.❤ Schön, dass du zu uns gehörst!

Deine Mama

Glücksmomente 21/15

Schon ewig wollte ich bei den Glücksmomenten von Pia mitmachen. Ich finde es so wichtig, sich auf das Schöne zu fokussieren, denn genau das hilft einem durch Tage, an denen es nicht so läuft. Als ich jetzt überlegt habe, was mich diese Woche richtig glücklich gemacht hat, habe ich fast jeden Tag einen Glücksmoment gefunden. Na wenn das keine gute Woche war🙂

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Montag hatte der Mann noch einen freien Tag. Keine Eile am frühen Morgen und den ganzen Tag jemanden an meiner Seite der mithilft. Definitiv ein absoluter Glücksmoment.

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Am Dienstag besuchte ich eine Freundin und wir plauderten ein wenig. Solche Momente sind immer Glücksmomente. Und meine Schwiegereltern holten den großen Rabauken von der Kita ab. Als ich dort ankam, konnten wir gemeinsam im Pool planschen und die Hasen bestaunen. Großartigst.

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Am Mittwoch fand ich nicht nur ein 4 blätteriges Kleeblatt im Garten, sondern richtig viele. Na wenn das kein Glück ist, dann weiß ich auch nicht.

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Donnerstag war Männertag, deshalb machte der Mann mit seinem Papa und den Rabauken eine Wanderung. Freie Zeit für mich. Yeah, yeah, yeah!!!

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Freitag hatte die Kita vom großen Rabauken zu und ich machte mich ganz spontan mit beiden auf in die Stadt, ein paar Schuhe für den Kleinen besorgen. Geworden sind es diese hier und diese. Es klappte ganz super, beide haben sich vorbildlich verhalten und ich war richtig glücklich zwei so tolle Jungs zu haben.

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Und mein persönliches Glückmoment Highlight: Der Stadtlauf. Am Samstag beschloss ich mich spontan, nach einem Telefonat mit meiner Mama, den großen Rabauken für den Bambini-Stadtlauf anzumelden. Ich fragte ihn und er war sofort Feuer und Flamme. Es galt 400 Meter zu laufen, ich war mir sicher er packt es. Und er war so super schnell. Ich lief nebenher und staunte über sein extremes Tempo. Ich bin unglaublich stolz und ihn so glücklich zu sehen, hat mich glücklicher gemacht als alles andere.

Was waren denn eure Glücksmomente der letzten Woche?!

„Hast du dir wehgetan?!“ – Wie ich trösten lernte.

„Ach komm, ist doch nichts passiert!“ – so oder ähnlich reagierte ich lange Zeit, wenn eines meiner Kinder hinfiel oder sich anderweitig nicht ernsthaft verletzt hatte. Ich war der festen Überzeugung, dass das vollkommen richtig so ist und es kein Wunder ist das manche Kinder so lange schreien, wenn man so viel Trara à la: „Oh Schreck. Du armes armes Kind“ um jeden kleinen Sturz macht. Meine Kinder haben nie bei kleineren Stürzen geweint und wenn war nach ein wenig trösten und einem „Komm, ist doch nicht schlimm“ auch schnell wieder Ruhe. Ich war dabei nie harsch oder genervt, aber wollte zu verstehen geben, das eben nichts passiert ist.

Aber irgendwann stieß ich auf einen Forumsbeitrag indem jemand schrieb, warum wir Erwachsenen uns eigentlich anmaßen zu entscheiden wann ein Sturz schlimm oder weniger schlimm ist. Für das Kind ist immer etwas passiert. Dieser Satz brachte mich zum nachdenken und ich recherchierte ein wenig zu dem Thema. Ich stieß daraufhin auf einen wundervollen Artikel vom gewünschtesten Wunschkind und wusste: „ich will meine Kinder nicht wissentlich verletzen indem ich sie nicht Ernst nehme, wenn sie meinen Trost brauchen. Ich lasse sie nicht irgendwo alleine weinen oder leiden, wieso sage ich also sowas unpassendes wie ‚ist doch nichts passiert‘ in solchen Situationen?“ Interessant ist jetzt im Nachhinein, dass an Tagen an denen sowieso alles irgendwie schief lief und die Kinder motzig waren am meisten wegen kleinen Stürzen geweint wurde. Wenn der große Rabauke sonst stolperte, stürzte aufstand und weitermachte, gab es an solchen Tagen viel öfter Gekreische. Und ich dachte mir: „Oh man. Den ganzen Tag nur am motzen und jetzt brüllt er auch noch wegen so einer Kleinigkeit.“ – Mittlerweile weiß ich: Er brauchte einfach meinen Trost. Er brauchte mich. Denn nicht nur meine Nerven lagen von seinem Gemotze blank, nein, auch ihn strengte das Ganze an und er war genauso unzufrieden mit dieser Situation wie ich.

Ich entschloss mich also dazu mich zu ändern und nahm mir vor auf jeden Sturz (der zu weinen oder jammern führt) zu reagieren. Wenn die Jungs also hinfielen und weinten, sagte ich nach ein paar tröstenden Wörtern nicht mehr mein typisches: „Ist doch nicht schlimm“, sondern direkt: „Hast du dir wehgetan?“. Bei größeren Stürzen sage ich mittlerweile: „Das hat bestimmt wehgetan! Ich glaubs dir!“ und nehme das Kind einfach in den Arm und verkneife mir sonstige Kommentare. Oftmals reicht scheinbar meine Nähe schon aus. Meist singe ich noch „heile, heile Segen“.

Am Anfang passierte genau das, was ich erwartet hätte. Besonders der Große weinte, sobald ich fragte: „Hast du dir wehgetan?“ erst nochmal richtig auf und jammerte mehr als sonst. Aber ich blieb dran. Ich wollte, dass er sich ernst genommen fühlte und spürte, dass ich seine Gefühle ernst nahm. Das alles ist jetzt einige Zeit mehr und mir fiel jetzt erst vor Kurzem auf, dass beide Jungs bei kleinen Stürzen mittlerweile viel weniger und vor allem kürzer weinen. Der Große stürzt, weint, wenn ich komme, frage ob er sich wehgetan hat und beginne Heile Segen zu singen, komme ich oftmals nicht mehr bis zu Ende und er rennt schon weiter. Ab und an muss ich an mich halten und mir rutscht mein obligatorisches „Nichts passiert.“ doch noch raus. Was über 3 Jahre lang funktioniert hat und Alltag war, wird man eben nicht so schnell los. Aber (und das finde ich sehr wichtig) ich arbeite täglich an mir und merke das es täglich weniger wird.

Ich bin wirklich stolz auf diese Entwicklung, gerade heute stürzte der Große wirklich schlimm mit seinem Laufrad. Eine fette Schramme auf der Nase und Nasenbluten gleich als Bonus obendrauf. Ich nahm ihn in den Arm, sagte das das bestimmt wehtut. Kein „ist nicht so schlimm“, um ihn zu beruhigen. Nein, ich saß einfach da, mit ihm auf den Asphalt. Zwischen anderen Eltern und Kindern und mir war einfach alles egal. Ich sang unser Heile Segen Lied, ich tröstete ihn und hielt ihn einfach im Arm, bis der erste Schreck und das erste Schmerzgebrüll vorbei war. Ich wischte ihm sanft die gröbsten Blutspuren weg und lies ihn sonst in Ruhe, weil ich weiß, dass er es hasst, wenn ich ihm sofort über die Wunden tupfe und wische. Das sagte er mir nämlich mal. Nicht, dass er ständig blutende Wunden hätte, aber dieses Jahr ist es der dritte größere Sturz der mir in Erinnerung ist. Als seine erste Verzweiflung abgeebbt war, liefen wir gemeinsam heim. Selbstverständlich trug ich ihn, auch wenn ich mir dabei wie ein Packesel vorkam. Eine Hand am Dreirad mit dem kleinen Rabauken drauf, auf den anderen Arm den Zwerg und irgendwie noch das Laufrad geklemmt. Gott sei Dank hatten wir es nicht weit. Ich forderte ihn auch nicht auf, selbst zu laufen. Ich weiß jetzt, dass es okay ist, wenn er nach solche Situationen getragen werden will. Und soll ich euch was sagen? Er kuschelte sich an mich und als wir nach ein paar Minuten daheim ankamen, war schon fast alles vergessen. Er ließ mich seine Wunde säubern, zwar unter ein wenig Protest, aber es war okay. Und anschließend durfte ich ihm sogar einen Kühlakku an die Nase halten, um zu verhindern, dass sie noch extremer anschwoll.

Heute hat mir gezeigt, wie froh ich bin, dass ich die Sache mit dem Trösten geändert habe. Denn jetzt mal ehrlich – welcher Erwachsene würde beim weinen hören wollen „Ach komm, hab dich nicht so. Ist doch nicht so schlimm.“ Ist es eben doch. Sonst würde man nämlich nicht weinen.

Der ganz normale Wahnsinn.

Heute möchte ich euch von einem ganz normalen Nachmittag bei uns erzählen. Ich musste heute dringend noch einkaufen, also ging es zu erst in den Supermarkt unseres Vertrauens. Beide Kinder in den Einkaufswagen gepackt und los ging es. Seltsamerweise klappte das richtig gut – bis auf die Tatsache das der kleine Rabauke ständig aufstand und versuchte aus dem Sitz zu klettern. Kamikaze-Kind eben.

Auf der Heimfahrt kippte dann die Stimmung. Der kleine mopste den Kita-Rucksack vom großen Rabauken, was dem ein hysterisches Gekreische entlockte. Beim Kampf um den Rucksack auf der Rückbank, fielen auch noch die Sammelsticker vom Großen runter. Hysterisches Geschrei die zweite. Ich versuchte von vorne zu vermitteln und konnte beide mit ihren Lieblingssprüchen und -liedern ablenken. (Gott sei Dank haben wir nicht sonderlich weit zu fahren.)

Wieder daheim lud ich beide Kinder aus, als ich ums Auto herumging, bemerkte ich eine Pfütze hinter dem Auto (hallo Mama Scanner-Blick), also zog ich dem kleinen schon mal vorsorglich Krabbelpuschen und Socken aus. Ich schickte ihn in Richtung Tür von wo der Große schon rief, ich soll aufmachen, er braucht einen Löffel für seinen eben ausgesuchten Joghurt. Der Kleine kam natürlich nicht hinterher und als ich mit Tüten und Löffel zurück kam, fand ich ihn, wie erwartet, in der Pfütze stehend vor. Und während ich neben ihm die Tüten einräumte, vernahm ich erneut Gebrüll aus Richtung Garten, der Große kam weinend auf mich zu und jammerte, dass er beim Joghurt aufmachen die Hälfte verkippt hätte. Ich sagte ihm ich würde sofort kommen und drehte mich um, um den kleinen Rabauken mitzunehmen. Der saß mittlerweile in der Pfütze. Tropfnass und mich angrinsend. Also irgendwie schnell den Rest Einkauf in die Tüte geschmissen und das nasse Kind gepackt. Drinnen Wechselsachen rausgesucht, ab in den Garten. Dort feststellen das Gott sei Dank nur die Knusperperlen aus dem Joghurt gefallen sind, Perlen auflesen, ein glückliches großes Kind sehen. Das kleine, dreckige Kind umziehen, dabei Flecken aufs eigene Shirt machen und nebenbei versuchen dessen Protestgeschrei zu ignorieren und dem Großen zuzuhören, der eben von seinen Kita-Erlebnissen plaudert.

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Der Rest des Nachmittags lief Gott sei Dank recht entspannt. Wir bastelten ein Vatertagsgeschenk für den Mann und die Kinder spielten entspannt im Sand, malten Kreidebilder auf unsere Treppenstufen und hatten jede Menge Spaß. Den meisten vermutlich als entdeckten das unsere Schubkarre letzte Nacht voller Wasser gelaufen war.

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Das kleine Kamikazekind lies es sich natürlich nicht nehmen die Schubkarre zu erklimmen und – ihr erratet es schon – ein weiteres Bad zu nehmen. Also im Wasserquellen suchen sind die beiden echt Spitze. Sollten wir uns mal in der Wüste verlaufen, brauchen wir keine Wünschelrute. Wir haben ja die Jungs😉

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Ich nahm also mein noch dreckiges Handtuch vom Pfützenbad, schnappte den Kleinen und hörte hinter mir ein: „Ich bin auch patschnass Mama“ vom großen Rabauken. Da stand er. Das weiße Shirt mehr braun und grau als weiß, in der Hand den eben an der Schubkarre gefüllten Eimer, jetzt natürlich leer und schaute erschrocken drein. Warum sollte auch einer von beiden sauber bleiben. Aber – oh wunder – nach einem warmen Bad hab ich unter den ganzen Schlamm, Dreck und der aufgetragenen Schicht Sonnencreme doch tatsächlich meine Kinder wiedergefunden.

Meine Jungs, die mich so oft in den Wahnsinn treiben, aber das wundervollste sind was mir jemals passiert ist. Und wenn sie sich dann sauber, duftend und zufrieden auf der Couch an mich kuscheln, Küsschen verteilen und gespannt beim Bücher vorlesen zuhören, dann sind sie nicht nur Rabauken, sondern wundervolle Engel.